Diakonie will Hilfe vor Ort bieten

Drei von 500, die  die Diakonie voranbringen wollen: Geschäftsführer Heinrich Deicke (links),  der neue Bereichsleiter Soziales, Michael Frenzel,  und  Imke Nemitz von der Schuldnerberatung  stellten gestern den Geschäftsbericht  2008 vor. Foto: Bluhm
Drei von 500, die die Diakonie voranbringen wollen: Geschäftsführer Heinrich Deicke (links), der neue Bereichsleiter Soziales, Michael Frenzel, und Imke Nemitz von der Schuldnerberatung stellten gestern den Geschäftsbericht 2008 vor. Foto: Bluhm

Die Diakonie im neuen Kirchenkreis Altholstein will ihr Netz an Beratungs- und Qualifizierungshilfen ausbauen.

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12. Dezember 2008, 09:59 Uhr

Neumünster | Konzentration war gestern: Dezentralisierung lautet das neue Zauberwort in der Diakonie des Kirchenkreises. Zwar will das Sozialwerk des neu gebildeten Kirchenkreises Altholstein seine Dienste und Werke organisatorisch künftig unter einem Dach, dem Diakonischen Werk Altholstein, zusammenfassen, mit seinen Angeboten künftig aber gleichzeitig noch mehr Hilfe vor Ort bieten. Das kündigte Diakonie-Chef Heinrich Deicke gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts an.

Zur Zeit ist die Diakonie mit Pflege-, Beratungs- und Qualifizierungsangeboten an rund 30 Adressen zwischen Kiel und Norderstedt vertreten. Dabei wird fast die komplette Palette von Lebenshilfen angeboten. Das Spektrum reicht von der Erziehungs- und Familienhilfe über die Seniorenbildung bis hin zur Wohnungsnotfall-, Schuldner- oder Flüchtlingsberatung. In Neumünster engagiert sich das Sozialwerk der Kirche unter anderem im Mehrgenerationenhaus Volkshaus, in der Übernachtungsstelle für Wohnungslose und in der Bahnhofsmission.

Dabei lassen sich Deicke zufolge zwei klare Trends ausmachen: Der Bedarf an Hilfe steigt, und die Problemlagen sind immer öfter vielschichtiger Natur. Wer in die Schuldnerberatung kommt, hat nicht mehr einfach nur Schulden, sondern steckt oft auch in einer Lebenskrise, hat Ärger mit der Justiz oder gar die Wohnung verloren.

"Die Pro blemgemenge lage ist für den Einzelnen oft kaum noch zu meistern", unterstreicht Michael Frenzel, neuer Bereichsleiter Soziales. Es gelte daher das Netz der Hilfs- und Beratungsangebote enger zu verknüpfen. Die Lebenssituation der Menschen müsse "ganzheitlich in den Blick" gerückt werden, fordert Diakoniechef Deicke.

Mit rund drei Millionen Euro Umsatz allein in den ersten acht Monaten 2008 sei die Diakonie auch wirtschaftlich ein wichtiger Partner in Mittelholstein, unterstrich der Diakonie-Chef.


Diakonie in Zahlen
Die Diakonie im (künftigen) Kirchenkreis Altholstein verfügt über einen Haushalt von 13,1 Millionen Euro. Rund 562 000 Euro werden dabei aus Kirchensteuern generiert. Rund 80 Prozent der erwirtschafteten Erträge fließen in die Personalkosten. Insgesamt beschäftigt die Einrichtung über 500 Mitarbeiter, davon allein rund 370 in der Pflege-Diakonie in Neumünster und Kiel

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