Tag der Arbeit : DGB ruft zur Europawahl auf

Über 250 Menschen gingen am 1. Mai für gute Arbeit und ein soziales Europa auf die Straße.
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Über 250 Menschen gingen am 1. Mai für gute Arbeit und ein soziales Europa auf die Straße.

Die Vertreter der Gewerkschaften forderten ein sozialeres Europa und faire Löhne.

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02. Mai 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Mit der Arbeit der Bundesregierung zeigten sich die Gewerkschaften gestern am Tag der Arbeit in Neumünster weitestgehend zufrieden: „Der Mindestlohn wird endlich Realität, die Rente mit 63 geht in die richtige Richtung“, konstatierte Klaus Kasch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Mit dem Mai-Umzug waren aber traditionell Forderungen verknüpft: „Gute Arbeit. Soziales Europa“ war auf den Transparenten zu lesen.

Kasch forderte in seiner Rede einen gesetzlichen Mindestlohn für alle Beschäftigten ohne Ausnahmen und ein Ende des Missbrauchs von Leiharbeit und Werkverträgen. „Keine Stunde darf billiger sein als 8,50 Euro.“ Alles andere sei Diskriminierung und somit verfassungswidrig. Die Zuhörer applaudierten.

Manfred Börner hielt als Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Schleswig-Holstein zum ersten Mal eine Mairede. Er kritisierte den Stellenabbau der Landesregierung im Öffentlichen Dienst: „Wer Personal abbaut, muss auch sagen, welche Leistungen es deshalb nicht mehr geben soll.“ Schließungen von Polizeidienststellen seien keine Lösung, so Börner.

Der Beamte stellte aber klar, dass es Deutschland vergleichsweise gut gehe und schlug damit die Brücke zur Europawahl. Die hohe Arbeitslosigkeit – vor allem der Jugendlichen – in Südeuropa stärke in vielen Ländern die rechtspopulistischen Kräfte. „Lasst es nicht zu, dass die in Europa mehr Macht bekommen“, rief Börner der Menge zu und forderte sie auf, ihr Wahlrecht zu nutzen. Gerade vor dem Hintergrund, dass vor Kurzem der Club 88 geschlossen wurde, könne Neumünster bei der Europa-Wahl ein wichtiges Zeichen für die Demokratie setzen. „Wer sich bei der Wahl zum Europaparlament beteiligt, unterstützt das soziale Gewissen der Europäischen Union, forderte auch Kasch.

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