1.Mai : DGB: Immer mehr atypisch Beschäftigte

Bereits in den 50er-Jahren gab es in Neumünster wieder Umzüge zum „Tag der Arbeit“. Courierleser Manfred Slawski schickte uns dieses Foto von der Maidemonstration 1950 in Neumünster, an der der auch sein Vater Ewald aktiv teilgenommen hatte. Vermutlich wurde es an der Plöner Straße aufgenommen.
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Bereits in den 50er-Jahren gab es in Neumünster wieder Umzüge zum „Tag der Arbeit“. Courierleser Manfred Slawski schickte uns dieses Foto von der Maidemonstration 1950 in Neumünster, an der der auch sein Vater Ewald aktiv teilgenommen hatte. Vermutlich wurde es an der Plöner Straße aufgenommen.

Gewerkschafter fordern Masterplan „Gute Arbeit“ . Maikundgebung und Familienfest an der Carlstraße

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29. April 2016, 12:00 Uhr

Neumünster | „Zeit für mehr Solidarität“ – Unter diesem Motto ruft der DGB, Region Kern, am kommenden Sonntag zur Maikundgebung auf. Zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai will der Gewerkschaftsbund insbesondere auf das wachsende Problem der „atypischen Beschäftigung“ aufmerksam machen.

Nach Berechnungen des DGB versuchen allein in Neumünster rund 20 000 Menschen in Jobs ihren Lebensunterhalt zu verdienen, die längst nicht mehr dem klassischen Beschäftigungsverhältnis entsprechen – und viel zu oft nicht auskömmlich sind. Die Betroffenen sind entweder befristet beschäftigt, in Leih- oder Zeitarbeit, in Werkverträgen (schein-)selbstständig oder unfreiwillig in Teilzeit oder Minijobs als Hauptverdienst beschäftigt. Besonders besorgniserregend: Die Zahl der „atypisch“ Beschäftigten ist laut DGB in den vergangenen zehn Jahren um rund 70 Prozent gestiegen.

„Die Wirtschaft scheint robust, dennoch nimmt die Zahl der Zurückgelassenen, der atypisch oder prekär Beschäftigten und Langzeiterwerbssuchenden ständig zu“, kritisiert DGB-Regionsgeschäftsführer Frank Hornschu. Das führe zu riesengroßen Verunsicherungen, spalte die Gesellschaft und gefährde den Zusammenhalt, warnt der Gewerkschafter: „Wir brauchen mehr Solidarität und einen Masterplan ‚Gute Arbeit‘ für die Kern-Region“, fordert Hornschu.

Der 1. Mai beginnt für Gewerkschafter in Neumünster am kommenden Sonntag ab 10 Uhr mit einem Demonstrationszug vom Großflecken zum Gewerkschaftshaus an der Carlstraße. Teilnehmer treffen sich bereits ab 9.45 Uhr auf dem Großflecken. Der Umzug wird begleitet vom FTN-Spielmannszug.

Am DGB-Haus beginnt gegen 10.30 Uhr die Kundgebung, zu der Andreas Hering, Bezirksvorsitzender von Verdi Südholstein, begrüßt. Die zentrale Mairede hält Ralf Becker, Landesbezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie. Anschließend startet rund um das Gewerkschaftshaus das traditionelle Familienfest mit Kinderprogramm, Spielmobil, Leckereien, einem „Café Müßiggang“ und dem beliebten Kinderflohmarkt. Die Einzelgewerkschaften und befreundete Organisationen stellen sich an Info-Ständen vor.

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