OB-Kandidatin im Porträt : „Der Wind hier in Neumünster ist für mich Heimatgefühl“

Bei einer Tasse Kaffee in der Innenstadt macht OB-Kandidatin Elke Christina Roeder eine Pause. Sie ist gern unter Menschen und freut sich über das eine oder andere Schwätzchen mit Passanten auf der Straße.
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Bei einer Tasse Kaffee in der Innenstadt macht OB-Kandidatin Elke Christina Roeder eine Pause. Sie ist gern unter Menschen und freut sich über das eine oder andere Schwätzchen mit Passanten auf der Straße.

Elke Christina Roeder hat als Kind Plattdeutsch gelernt. Sie liebt den Norden.

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05. Mai 2015, 12:00 Uhr

Neumünster | Wer die Oberbürgermeisterkandidatin Elke Christina Roeder (48) in diesen Tagen privat treffen möchte, hat ganz schlechte Karten. Im Endspurt des Wahlkampfes ist sie quasi überhaupt nicht mehr zu Hause in ihrer Altbauwohnung. Stattdessen rennt sie von einem Termin zum nächsten. Doch das hat auch sein Gutes: „So habe ich wenig Zeit, aufgeregt zu sein“, sagt die Sozialdemokratin, als sie kurz in einem Café an der Lütjenstraße verschnauft, bevor sie zum Wahlkampf-Stand auf den Großflecken eilt. Doch sie weiß genau: „Wenn es am Sonntag auf 18 Uhr zugeht, wird die Anspannung kommen.“

Nachdem die Juristin und Bankkauffrau vor rund einem halben Jahr nach Neumünster erst in die Gartenstadt, später ins Zentrum zog, hat sie sich rasch eingelebt. Zwar kannte sie von der Stadt bis dahin „nur drei Autobahnabfahrten“, doch der Norden ist Teil ihrer Kindheit. Weil ihr Vater bei der Bundeswehr war, verschlug es die Familie einst für einige Jahre nach Wentorf bei Hamburg. „Da bin ich eingeschult worden und habe im Unterricht Plattdeutsch gelernt. Wenn wir beim Bauern Äpfel kaufen wollten, mussten mein älterer Bruder und ich immer die Verkaufsgespräche führen. Meine Eltern, die aus Hessen stammen, konnten ja kein Platt“, erinnert sich Elke Christina Roeder. „Platt verstehe ich noch gut“, sagt sie ein wenig stolz. Außerdem haben sie Land, Leute und das Wetter geprägt. „Der Wind hier in Neumünster ist für mich Heimatgefühl. Hier kann man richtig durchatmen“, meint sie. Deshalb studiert sie auch gern mal ein paar Akten einfach auf einer Parkbank in der Innenstadt.

Der Wunsch, Verwaltungschefin zu werden, kam bei ihr erst nach und nach. „Als Kind wollte ich unbedingt Tierärztin werden und habe deshalb in der Schule extra Latein genommen“, erzählt sie. Immerhin gehörten zur Familie lange ein Wellensittich, eine Schildkröte und ein Cockerspaniel.

Doch nach dem Abitur waren die Studienplätze rar, sie musste warten – und entschied sich deshalb erst mal für eine Banklehre und später das Jurastudium – und somit eine völlig andere Karriere. Bereut hat sie das nicht, auch wenn die Tierliebe geblieben ist. „Vielleicht kaufe ich mir später mal einen Hund, wenn ich eines Tages viel Zeit habe“, meint sie.

Auch wenn sie sich „als geselligen Menschen“ sieht und gern mit Freunden und Bekannten in ihrer Wohnküche kocht oder Spieleabende veranstaltet, lebt die OB-Kandidatin zurzeit allein. Ihre Ehe ging in die Brüche. „Wir haben uns von der Lebenssituation her klassisch auseinander gelebt, sind aber noch freundschaftlich verbunden und noch nicht geschieden“, sagt sie. Für die Wahl drückt ihr auch der Ex-Mann auf jeden Fall die Daumen.

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