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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 14:45 Uhr

Ausbildung : Der Trend geht weg von der Lehre

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Arbeitsagentur: 161 Ausbildungsplätze sind noch zu haben

Neumünster | Selten waren die Chancen auf gute Lehrstellen für Jugendliche so gut wie heute – allerdings werden sie von Schulabgängern nicht immer wahrgenommen. Immer mehr Jugendliche setzen trotz des guten Lehrstellenangebots offenbar lieber auf eine längere Schulkarriere. Das ist nicht immer zu ihrem Besten, wie man sich bei der Arbeitsagentur sorgt.

„Schüler sollten sich sehr gut überlegen und sich beraten lassen, ob nicht die duale Bildung der bessere Weg ist“, rät Jens-Peter Stahl von der Arbeitsagentur. Der schleichende Trend weg von der Lehrstelle lässt sich auch aus den aktuellen Zahlen zum Ausbildungsmarkt herauslesen: So wurden der Arbeitsagentur bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres insgesamt 2288 Lehrstellen aus der Wirtschaft gemeldet, 139 mehr als im Vorjahr. 161 Stellen blieben bis zum Stichtag 30. September jedoch unbesetzt, 47 mehr als 2014.

Umgekehrt standen aber zum selben Zeitpunkt noch 153 Lehrstellenbewerber ohne Ausbildungsplatz da, immerhin 48 mehr als im Vorjahr. Stahl appelliert an die Bewerber, sich auch in der zweiten Vermittlungsrunde nicht entmutigen und von den Beratern der Arbeitsagentur helfen zu lassen.

Das ist offenbar nicht immer der Fall: Von mehr als 100 angeschriebenen Lehrstellenbewerbern, die die Agentur unlängst zu einer Nachvermittlung im Berufsinformationszentrum (Biz) an der Brachenfelder Straße geladen hatte, waren zur Enttäuschung der Vermittler nur zwölf erschienen. In der Arbeitsagentur hofft man, diese Jugendlichen künftig über die neue Jugendberufsagentur noch effektiver ansprechen zu können. Diese Agentur wird derzeit im Biz aufgebaut. Sie soll im März oder April kommenden Jahres ihren Dienst aufnehmen.

Mitunter liegen auch Berufswunsch und passende Ausbildungsangebote noch zu weit auseinander. So steht der Berufswunsch Arzthelferin bei vielen Mädchen etwa noch immer ganz oben an, aber das Angebot offener Stellen ist stark begrenzt. Umgekehrt gibt es derzeit etwa 12 offene Ausbildungsstellen in Friseurbetrieben, 11 in Bäckereien, 20 in Schlachterei- und Fleischereibetrieben. Auf alle Stellen gibt es bei der Agentur bislang keinen einzigen Bewerber.

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erstellt am 30.Okt.2015 | 08:00 Uhr

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