Seelsorge : Der Trauer einen Raum geben

Zu einer neuen Trauergruppe laden Petra Schönke von der Hospiz-Initiative und Peter Hansen, Diakon am FEK, ein.
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Zu einer neuen Trauergruppe laden Petra Schönke von der Hospiz-Initiative und Peter Hansen, Diakon am FEK, ein.

Neue Gruppe startet am 26. Februar / Diskretion ist oberstes Gebot

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23. Januar 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Ein Todesfall kann plötzlich kommen oder auch als Folge einer langen Krankheit – aber es löst immer Verlustgefühle und große Trauer aus, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Betroffene fühlen sich hilflos oder wütend, manchmal auch schuldig. Um Menschen in dieser Situation zu helfen und sie zu begleiten, startet eine neue Trauergruppe des FEK und der Hospiz-Initiative am 26. Februar.

„Jeder Mensch trauert auf seine Art und Weise, und jede hat ihre Berechtigung. Manche Menschen glauben, sie trauern falsch. Das gibt es nicht“, sind sich Peter Hansen, Diakon am FEK, und Petra Schönke, Trauerbegleiterin der Hospiz-Initiative, einig. Häufig errichte sich nach dem Begräbnis eine Art Kreis des Schweigens um die Betroffenen; im Alltag wird der Verlust nicht thematisiert. Doch es sei richtig, Trauer zuzulassen, denn Trauer ist die natürliche Reaktion auf den Verlust: „Die Gruppe bietet einen geschützten Raum für Gespräche mit anderen Betroffenen. Wie die Freude braucht auch die Klage Gehör bei den Menschen, und wie die Freude, so braucht auch die Trauer ihren angemessenen Ausdruck“, sagt Hansen. Mit dem Verlust umgehen, begreifen, dass ein vertrauter Mensch nicht mehr da ist – damit umzugehen, ist kein einfacher Prozess. In der Gruppe, die ein Jahr lang läuft, gibt es verschiedene Angebote: Es werden Texte gelesen, Kreatives wie Malen oder Basteln vorgeschlagen, Wahrnehmungs- und Bewegungsübungen ausprobiert. Es wird über mögliche Rituale wie das Anzünden von Kerzen oder andere mögliche Methoden der Erinnerung wie Fotoalben oder Tagebücher gesprochen.

Oberstes Gebot ist Diskretion. Wenn fünf Teilnehmer angemeldet sind, startet die Gruppe; die Obergrenze liegt bei zwölf Teilnehmern. „Wir achten außerdem darauf, dass es menschlich zusammenpasst. Daher müssen sich Interessierte bei uns zum Vorgespräch anmelden“, betonen Peter Hansen und Petra Schönke. Neu ist, dass die Gruppe vormittags von 10 bis 12 Uhr stattfindet, und zwar in den Räumen der Hospiz-Initiative an der Moltkestraße 8. „Viele Ältere haben sich diese Zeit gewünscht“, sagt Hansen. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat. Interessierte melden sich unter Tel. 33 37 67 (P. Schönke) oder Tel. 4 05 19 53 (P. Hansen).

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