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Holsteinischer Courier

19. Dezember 2017 | 00:14 Uhr

Trauerbegleitung : Der Trauer einen Raum geben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am FEK startet eine neue Trauergruppe / In geschützter Atmospäre kann der Verlust verarbeitet werden

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | Wenn ein lieber Mensch stirbt, verändert das oft das ganze Leben der Angehörigen und Freunde schlagartig. Sie trauern, leiden unter dem Verlust, fühlen sich hilflos oder wütend. „Mit der Trauer verrückt sich das Leben. Trauer ist aber auch eine gesunde Reaktion auf den Verlust. Wir wollen den Menschen helfen zu begreifen, dass dies eine besondere Zeit ist, die wichtig ist“, sagen Pastorin Sabine Buck und Trauerbegleiterin Elisabeth Pott. Sie starten am Montag, 8. September, eine neue Trauergruppe im FEK, die in Kooperation mit der Krankenhaus-Seelsorge und der Hospiz-Initiative angeboten wird.

Die Traurigkeit zulassen, sie nicht wegdrücken, begreifen, dass sie den Menschen verändert – das ist ein schwieriger Prozess, der bei jedem Menschen anders verläuft. „Wir wollen der Trauer einen Raum geben und versuchen zu schauen, wie das Leben weitergehen kann. Jeder hat seinen Rhythmus, mit einem Verlust umzugehen, jeder braucht verschieden lang und entdeckt auf seine Art und Weise, wie er das verarbeitet“, sagt Sabine Buck. Im Laufe der Zeit sollten Menschen annehmen, den Verlust als Realität anerkennen, wahrnehmen, dass die eigene Identität sich verändert und dem Verstorbenen einen neuen Platz einräumen. „Auf keinen Fall sollte man die Trauer totschweigen. Verdrängte Trauer kann krank machen, auch nach Jahren“, sagen die zwei.

Die Gruppe bietet die Chance, Gefühle und den Schmerz mit anderen zu teilen – in einer geschützten und diskreten Atmosphäre. Sabine Buck erinnert den Anruf einer Frau. Eine Frage habe gezeigt, wie tabuisiert das Thema immer noch ist: „Darf ich auch weinen?“ Ja, sie darf.

In der Gruppe soll es Gespräche und kreative Angebote geben. „Wir malen, tanzen, meditieren zum Beispiel“, sagt sie. Hilfreich sind Rituale, sagt Elisabeth Pott. Leider kämen schwarze Trauerkleidung, Aussegnung und ähnliches aus der Mode. Doch dadurch hätten Trauernde die Chance, Abschied zu nehmen, Erinnerungen zu bewahren und dem Verstorbenen einen neuen Platz einzuräumen. An Geburtstagen oder Gedenktagen könnten Betroffene zusammenkommen, alte Filme schauen oder Fotoalben durchblättern, die Erinnerungen lebendig halten. Wichtig ist den Gruppenbegleiterinnen, dass die Teilnehmer sich verbindlich auf die zwölf Treffen einlassen.

Die Gruppe trifft sich montags im drei- bis vierwöchigen Rhythmus um 17 Uhr in der FEK-Krankenhausbücherei, Altbau, 1. Stock. Interessierte werden gebeten, sich bis 8. September, unter Tel. 4 05 19 50 anzumelden.

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