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Holsteinischer Courier

26. September 2017 | 18:37 Uhr

Tierheim Wasbek : Der Streit geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Informations-Abend kann CDU und SPD nicht überzeugen / In den Fraktionen gibt es aber noch Gesprächsbedarf

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Draußen blitzte und donnerte es, und auch im Gebäude war die Stimmung geladen. Grußlos verließ CDU-Fraktionschef Gerd Kühl am Donnerstagabend nach einer Info-Veranstaltung das Tierheim Wasbek. Vorausgegangen waren hitzige Wortgefechte mit Wasbeks Bürgermeister Karl-Heinz Rohloff, der stellvertretenden Landesvorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes, Nicole Schmonsees, Kiels Tierheim-Leiterin Elisabeth Haase und Bianca Schenk, der Vorsitzenden des Vereins Tierheim Wasbek. Letztere hatte dazu eingeladen.

Kühl übte viel Kritik an dem Verein, monierte einen fehlenden Wirtschaftsplan und dass das Tierheim noch nicht fertig gebaut sei. Doch ein Eröffnungstermin steht nun fest. Am Freitag, 14. Juli, soll ab 10 Uhr mit einem Tag der offenen Tür und viel Programm für große und kleine Besucher der offizielle Startschuss fallen.

Elisabeth Haase und Nicole Schmonsees wiesen die Kritik von Gerd Kühl zurück. „Was hier an Engagement und Idealismus reingesteckt wird, ist einzigartig“, sagte Elisabeth Haase, die seit 30 Jahren im Tierschutz tätig ist und viele Tierheime gecoacht hat. Nicole Schmonsees attestierte: „Das ist ein einzigartiger Standort mit viel Potenzial für ein tolles Tierheim.“

Die Mitgliedschaft der Wasbeker im Deutschen Tierschutzbund ist auf dem Weg, die EDV bereits vorhanden, das Team mit der hauptamtlichen Leiterin Diana Lesniak steht fest und besucht Fortbildungen. Auch einen Finanzplan gebe es, aber der könne noch nicht abschließend erstellt werden, da unklar sei, ob Neumünster sich beteilige, sagte Bianca Schenk. Dann müsse mehr Geld für Fachkräfte bereitgestellt werden. „Es ist doch seriös, dass der Verein das berücksichtigt“, meinte Wasbeks Bürgermeister Karl-Heinz Rohloff und erhielt prompt von Gerd Kühl die Retourkutsche: „Bei Ihnen im Umland mag das so sein, bei uns in Neumünster ist das aber nicht so.“ Skeptisch äußerte sich auch Ratsfrau Franka Dannheiser (SPD). „Es bleibt die Frage offen, was mit der Tierauffangstelle passiert.“

CDU-Ratsfrau Sabine Krebs erklärte nach einem Rundgang hingegen: „Mir gefällt es hier sehr gut. Es muss um das Wohl der Tiere gehen. Und wir in der CDU haben uns noch nicht abschließend beraten.“ Ähnlich äußerte sich Michael Schaarschmidt von den Grünen: „Das Konzept ist schlüssig, das sieht alles gut aus. Aber wir werden in der Fraktion diskutieren.“ Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hatte die Teilnahme kurzfristig abgesagt. Er wollte bereits vergangene Woche einen Vertrag mit Wasbek unterzeichnen, sich vorher aber von der Politik dafür Rückendeckung holen. Doch die Fraktionschefs von CDU und SPD stimmten dem Plan nicht zu (der Courier berichtete). Vertreter von FDP und BFB waren ebenfalls eingeladen gewesen.

Bianca Schenk erklärte, ihr Verein wolle niemandem Konkurrenz machen. Sie bot an, zunächst kurzfristig Fundtiere für Neumünster aufzunehmen – und das befristet. „Wenn sich die Stadt dann mit dem Tierschutzverein einigt, können wir das auch wieder abgeben.“

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