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Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 02:20 Uhr

Green-Screen : Der Storch muss hart kämpfen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Filmabend des Holsteinischen Couriers: Ein Film wirft einmal einen anderen Blick auf die Welt der hübschen Vögel

Neumünster | Am Montag, 3. August, hebt sich in der Holstenhalle 2 in Neumünster zum ersten Mal der Vorhang für die Filmtournee 2015 des Eckernförder Naturfilmfestivals „Green Screen“. In 14 Städten im Verbreitungsgebiet des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) und im dänischen Sonderburg finden die Aufführungen von drei Naturfilme statt.

Einlass wird am Montag um 18 Uhr sein, und um 18.30 Uhr geht es los. Der Eintritt ist frei. Man kann einfach kommen und ohne Eintrittskarte zuschauen, die Halle 2 ist groß genug und komplett bestuhlt. Nach der Vorstellung können die Zuschauer ihren Lieblingsfilm wählen, denn der sh:z vergibt beim Green-Screen-Festival in Eckernförde (10. bis 14. September) wieder den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis: Der Film, der auf den 15 Veranstaltungen die meisten Stimmen der Leser sammelt, wird damit ausgezeichnet.

Einer von drei Filmen ist Unter Störchen – Ein Dorf im Vogelfieber, ein Film von Herbert Ostwald:


Das kleine Dorf Rühstädt im nordwestlichen Brandenburg beherbergt Deutschlands größte Weißstorchkolonie. Fast 40 Storchenpaare brüten jeden Sommer auf den Hausdächern der nur 200 Dorfbewohner. Mit ihrem Nachwuchs locken die Tiere alljährlich rund 30 000 Besucher an. Aber der Vogeltourismus hat seinen Preis: Eine Flut von Touristen verstopft die Straßen, Dächer bröckeln, Fassaden werden verschmutzt. Ein örtlicher Storchenclub und ein rühriger Bürgermeister sind unermüdlich im Einsatz. Nester müssen gebaut und repariert, Teiche angelegt und Wiesen zur richtigen Zeit gemäht werden.

Der Ort, der das Prädikat „Europäisches Storchendorf“ trägt, lebt seit Jahrzehnten im Jahreszeitenzyklus dieser Vögel. In nur gut 100 Tagen müssen sich die Störche finden, paaren, ihre Jungen ausbrüten und sie bis zum Abflug großziehen. Das ist ein harter Lebenskampf, der den Besuchern des Dorfes weitgehend verborgen bleibt. Die Störche kämpfen um die Nester, zerstören die Gelege anderer und sind rund um die Uhr der Witterung ausgeliefert. Regen, Hitze und Greifvögel reduzieren die Zahl der Küken, bei Krankheiten werfen sie die schwächsten Küken einfach aus dem Nest. Ohne ausreichendes Nahrungsangebot gehen die Vögel zugrunde. Auch hier helfen die Dorfbewohner und päppeln Nesthäkchen bis zum Abflug wieder auf.

Rühstädt zeigt, wie es durch koordinierte Eingriffe in die Natur gelingen kann, mit einem großen Vogel in der Nachbarschaft zu leben und davon selbst einen Nutzen zu haben. Mitten im Biosphärenreservat der Elbe-Flusslandschaft profitieren weitere Tierarten von diesem Einsatz.

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erstellt am 01.Aug.2015 | 09:00 Uhr

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