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Neumünsteraner Tradition : Der Stammtisch feierte sich selbst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Seit 90 Jahren existiert in Neumünster der vielleicht älteste Stammtisch von Schleswig-Holstein / Das wurde mit Traditionsgästen begangen

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Ein Mann mit Hund auf einem Bierfass – das war der Star des Abends bei der Geburtstagsfeier des Freitag-Stammtisches von 1924. Das hölzerne Symbol steht seit über 60 Jahren auf dem ältesten Stammtisch von Neumünster, der am Freitag in der Papierfabrik seinen 90. Geburtstag feierte.

Zu diesem Anlass hatten die Mitglieder sich im Bewusstsein ihrer Tradition die jeweils ältesten Vertreter ihrer Art eingeladen: beispielsweise die älteste Firma von Neumünster (Selck), die älteste Zeitung (Courier), die beiden Gilden und natürlich das Älteste überhaupt: die Kirche. „Eine Vertreterin des ältesten Gewerbes der Welt war einfach nicht aufzutreiben“, scherzte Mitglied Rüdiger Kaiser in seiner Begrüßung.

Er erinnerte an die Gründung von 1924, als sich 14 ehrenwerte Neumünsteraner erstmals im Hotel Union an der Bahnhofstraße um den runden Tisch versammelten. Heute trifft er sich im Blechnapf (der Courier berichtete). Kaiser nahm für die heute ebenfalls 14 Mitglieder in Anspruch, sogar am ältesten Stammtisch von ganz Schleswig-Holstein zu sitzen. Gefeiert wurde der Geburtstag im Stile der Gründerzeit: Zur Begrüßung gab es einen Korn mit Leberwurst, bevor handfestes Rübenmus und Armer Ritter aufgetischt wurden. Zu trinken gab es Bier – wie vor 90 Jahren aus 0,2-Liter-Gläsern.

Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras gaben sich an diesem Abend ebenfalls die Ehre. Tauras rechnete in seinem Grußwort vor, dass es in 90 Jahren mindestens 4500 Treffen gegeben haben müsse. Er lobte die Runde: „Dieser Stammtisch ist ein wichtiger Baustein für das, was unsere Stadt auszeichnet: Man kennt sich untereinander, und man redet miteinander.“ Stammtischbruder Dr. Wolfgang Krickhahn blickte in amüsanter Reimform auf die Geschichte des Stammtisches zurück.

Im geselligen Teil erklärten der erfahrenste Stammtischbruder Dieter Bollmeyer (Mitglied seit 1965) und einer der dienstjüngsten, Eckhart von Stülpnagel (Mitglied seit 2010), dem OB das hölzerne Symbol auf dem Tisch. Der dicke Mann auf dem Fass zeigt mit seinem Arm auf denjenigen, der die nächste Runde ausgeben muss. Ausgelöst wird der Auftrag durch einen satten Schlag auf einen Holzknopf, der einen möglichst satten Glockenschlag auslösen muss. „Sehr praktisch. Vielleicht sollten wir so etwas auch im Ratssaal aufstellen“, meinte Tauras.

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