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Holsteinischer Courier

22. August 2017 | 20:50 Uhr

Der spannende erste Tag in der Schule

vom

Gestern wurden 740 Erstklässler in Neumünster eingeschult / Mit der Schultüte im Arm lernten die Erstklässler ihre Lehrer kennen

Neumünster | Einhorn auf der Schultüte, feines Kleid, Halskette und Armband und gekämmte Haare: So wie Davina Jaxen (6) aus Einfeld machten sich gestern viele in schicker Montur auf den spannenden Weg in den ersten Schultag ihres Lebens. "Sie ist aufgeregt, zeigt es aber nicht", sagte ihre Mutter Doris Jaxen (43). Sie und ihr Mann Mattias (47) begleiteten wie viele Eltern ihre Tochter zur Einschulungsfeier an der Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld. Manche Kinder rückten auch mit Kind und Kegel an - Oma, Opa, Freunde, Geschwister und Nachbarn. Die Sitzplätze reichten nicht aus: Rund 300 Menschen drängten sich in der Turnhalle, als Schulleiterin Gunhild Cordts alle begrüßte.

Mit einer liebevollen Ansprache versuchte sie, allen Kindern die Angst und Spannung zu nehmen. "Wir werden uns ganz oft auf dem Schulhof sehen, dann werde ich Euch fragen, wie es Euch geht. Ihr könnt mich leicht erkennen - ich bin die einzige Lehrerin mit einem Ohrring", zeigte sie auf ihren Schmuck. Mit einem fröhlichen Lied hießen Schüler der Klassen 4a und 4b unter Leitung von Hendrik Kiemele und Andreas Kaiser am Klavier die Neulinge mit einem mutmachenden Lied willkommen: "Wie schön, dass Ihr jetzt bei uns seid, es geht gleich los, wird endlich Zeit, wird Zeit, dass du und du und du was lernst", lautete der Refrain des Liedes, das Lust machte auf viele nette Lehrer, "jeden Tag viel Freude" und "gute Noten als Lohn". Auch die Englischlehrerin Cornelia Eiselt hatte ein Lied eingeübt, bei dem die Kinder mit gemalten Jahreszeiten-Bildern von Regen, Weihnachtsbaum, Halloween-Kürbis und "holidays" (Ferien) ganz viel "fun" (Spaß) versprachen. Da trockneten bei den meisten die Tränen, die hier und da gekullert waren.

Die meisten Erstklässler freuten sich auf die Schule - so wie Rike Schuer (6), die von ihren Eltern Kirsten (43) und Michael (47) begleitet wurden. "Sie freut sich aufs Lesenlernen, damit sie Bücher lesen kann wie ihr großer Bruder Thore, der ist neun", sagte die Mutter.

Die drei Klassenlehrer wurden vorgestellt, dann kamen die Schnecken (1a), Pinguine (1b) und Marienkäfer (1c) zu ihren Lehrern Meike Becker, Christoph Eickstädt und Katharina Wehr nach vorne. "Jeder Klassenlehrer hat außerdem einen Co-Lehrer, falls er mal krank wird", erklärte die Schulleiterin, die jedes Kind persönlich mit Handschlag begrüßte und wo es nötig war, beruhigende Worte sprach. "Die Ängstlichen versuchen wir aufzufangen, es gibt Paten aus den neunten Klassen oder ein Geschwisterkind. Wenn der Trennungsschmerz zu groß ist, kann die Mutter auch mal mit in die Klasse", erklärte Gunhild Cordts.

Meist aber ohne Mama und Papa ging es in die neue Klasse. Alle lernten sich kennen, es wurden Namenskarten ausgeteilt, jeder fand seinen Platz. Als erste Aufgabe wurde die Schultüten gemalt - aber nicht aufgemacht. "Das passiert zu Hause, die erste Hausaufgabe ist es, zu malen, was in der Schultüte war", so die Schulleiterin. In den ersten Tagen werden die Kleinen den Schulhof und die Schule erkunden, lernen, wie man etwas in einer Mappe abheftet - ganz akkurat nach Farben sortiert.

Nicht nur über Naschis freute sich gestern Davina. "Ich habe auch noch ein Lernbuch, ein Spielzeugpferd und Lipgloss hineingepackt", erzählte Mutter Doris Jaxen. Sie kann sich noch an ihren eigenen ersten Schultag erinnern: "Das war 1976, und ich hatte keine Zähne, weil meine Milchzähne ausgefallen waren."

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erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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