Der Schwächste gibt das Tempo vor

Entspannung nach dem Rennen: Mieke Jacobsen (11) aus Rahlstedt und Angelika Heide (39) aus Mölln kraulen Lena (7) und Josie (1), die Bernd Fedder aus Selin bei Plön gehören.
Entspannung nach dem Rennen: Mieke Jacobsen (11) aus Rahlstedt und Angelika Heide (39) aus Mölln kraulen Lena (7) und Josie (1), die Bernd Fedder aus Selin bei Plön gehören.

Ein Hauch von Alaska in Trappenkamp: 130 Teams kamen am Wochenende zum Internationalen Schlittenhunderennen in den Erlebniswald.

Avatar_shz von
26. Oktober 2009, 06:51 Uhr

Neumünster | Sie fiepen, zerren am Geschirr, springen hoch, heulen und "singen" förmlich ihre Sehnsucht, endlich laufen zu dürfen, hinaus: Sekunden vor dem Start können es "Sally", "Onyx" und die anderen Siberian Huskys von Brigitte Jordan-Pape kaum erwarten, bis es endlich los geht. "Sie sind alle total aufgeregt", sagt die Bremerin, die am Wochenende auf dem 11. Internationalen Schlittenhunde-Rennen im Erlebniswald Trappenkamp an den Start ging.

Mit bis zu acht Hundestärken pro Gespann flitzten Hundeführer aus Deutschland, den Niederlanden und Dänemark über die 4,5 Kilometer lange Strecke. "130 Musher sind gekommen, das ist Teilnehmerrekord", sagte Manfred Fricke, Sprecher des ausrichtenden Schlittenhunde-Sportverein Nord (SSVN).

Gestartet wurde in diversen Klassen: Mit acht, sechs, vier oder zwei Siberian Huskys, Alaska Malamutes oder Samojeden vor dem Rollwagen oder als Läufer, mit Roller oder Fahrrad, mit ein oder zwei Hunden, den "S-Velo" und "Scooter"-Klassen. "Das ist sinnvoll für ältere Hunde, die so ihr eigenes Tempo laufen können", erklärte Fricke. Denn der schwächste Hund gibt im Gespann das Tempo an, die "Wheel Dogs" direkt am Wagen müssen Schwerstarbeit leisten, vorneweg sind die "Lead Dogs", die am besten die Kommandos kennen. Denn nur mit Zurufen wie "gee" (rechts) und "haw" (links) werden die Hunde gelenkt. Jahrelange Teamarbeit steckt dahinter. "Das Faszinierende ist, dass die Hunde so ursprünglich sind", sagt Petra Hesse. Die 50-jährige Trittauerin hält seit 20 Jahren Schlittenhunde und kam über den finnischen Schlittenhundeführer Reijo Gääskeläinen zu diesem Hobby. "Das ganze Familienleben dreht sich um die Hunde. Sie brauchen viel Bewegung, sonst sind sie unglücklich. Wenn sie sich langweilen, zerlegen sie die Wohnung." Huskys können bis zum Fünffachen ihres Körpergewichts ziehen und erreichen Spitzengeschwindigkeiten bis zu 30 Stundenkilometer.

Nachwuchs am Start: Mit Hunden, die bereits ein Rennen hinter sich hatten, starteten Musher-Kinder auf eine Strecke von 1,5 Kilometer. Die Jüngste: Marie Hastedt (5) aus Sittensen, die mit Opa Bernd Pichlmeier auf dem Dreirad stand. "Interessant zu sehen, wie man die Hunde so bändigt", sagten Juliane Prause (38) und Dirk Burchardt (43) aus Husum. Im Schweden-Urlaub durfte Prause mal ein Gespann lenken: "Spannend, aber auch anstrengend!" Die Veranstaltung finden sie schön und loben die informative Moderation von Christine Weiß. Insgesamt rund 3000 Besucher verfolgten das Spektakel durch den Wald.

Am Sonntag standen die Gewinner fest: Schnellster Fahrer war Holger Winter aus Niedersachsen mit 7:58 und 8:01 Minuten. Den Länderwettkampf gewann Dänemark. Alle Ergebnisse unter www.ssvnord.de.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen