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Grossharrie : Der Ruf der Kraniche gellt über die Wiesen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anzahl der Großvögel ist größer geworden.

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2014 | 11:00 Uhr

Grossharrie | Etwa 70 Kraniche versammeln sich zurzeit auf den südöstlich des Dosenmoores gelegenen Wiesen und Feldern, um nach Futter zu suchen. Jeden Morgen machen sich die Großvögel vom Dosenmoor auf den Weg, um auf den ersten abgeernteten Maisfeldern und Wiesen zwischen Großharrie, Tungendorf und Tasdorf nach Fressbarem zu suchen und hier auch noch einmal Kraft für die Weiterreise nach Süden zu tanken.

„Das ist ein beeindruckender Anblick“, sagt Volker Hoffmann vom Infozentrum Dosenmoor. Jeden Abend zieht es die Vögel zurück in das Moor, um dort in den vernässten Bereichen sichere Schlafplätze aufzusuchen. Hier könnte der Wasserstand für die Vögel gern noch etwas höher sein. Aus Sicht der Moorbeobachter aus dem Infozentrum läuft noch zu viel Wasser aus dem Moor ab. „Dieses Jahr konnten die Beobachter sogar fünf Jungkraniche zählen, die auf dem Dosenmoor geschlüpft sind“, freute sich Hoffmann. Ob alle Jungen durchgekommen sind, ist allerdings offen. Im Juni und Juli waren zwei Brutpaare bei der Futtersuche auf den Großharrier Moorwiesen mit ihren Jungen zu sehen. Auch unter den Kranichen, die jetzt Rast auf den Feldern zwischen Großharrie, Tasdorf und Neumünster machen, sind etliche Jungvögel dabei. Waren es vor etwa 10 Jahren noch 20 bis 30 Vögel, können inzwischen bis zu 100 rastende Kraniche rund um das Dosenmoor beobachtet werden. Insgesamt hat sich nicht nur die Zahl der rastenden und in milden Wintern sogar überwinternden Kraniche in Schleswig-Holstein erhöht. Auch die Zahl der Revier- und Brutpaare ist gestiegen.

„Ganze neun Paare wurden Anfang der 1970er-Jahre noch in Schleswig-Holstein im Herzogtum Lauenburg gezählt“, sagt Artenschutzreferent Rüdiger Albrecht aus dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek.

Die seitdem erfolgte Investition von mehreren Millionen Euro für die Wiederherstellung, Pflege und den
Schutz von Feuchtgebieten sind auch dem Artenhilfsprogramm für den Kranich zugute gekommen. Hierzu gehört für den Kranichschutz unter
anderem die Schaffung genügend hoher Wasserstände in Mooren und Brüchen.

„Der Erfolg ist messbar“, freute sich Albrecht. Aus den neun Paaren im Herzogtum Lauenburg sind inzwischen in Schleswig-Holstein wieder über 400 Brutpaare geworden. Rund um das Dosenmoor dürfen sich Beobachter voraussichtlich noch bis in den November hinein am Anblick und am trompetenden Ruf der Großvögel freuen.

Zieht der Winter ein, ziehen auch die Kraniche weiter. Bis nach Südfrankreich und in die spanische Extremadura, wo ein Hauptüberwinterungsgebiet der Kraniche liegt, führt die Reise auf der westlichen Zugroute. Einige fliegen bis nach Nordafrika. Dann wird es über dem Dosenmoor stiller – bis zum Frühjahr, wenn der Ruf der Heimkehrer im Morgengrauen wieder Frühaufsteher am Rand des Moores erfreut.

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