Schwarzbauten : Der Rückbau geht voran

Im Gebiet zwischen Brüningsweg im Westen und Am Dosenbek im Osten haben 45 Grundstückseigentümer Post von der Stadt bekommen, weil die Gebäude in dem reinen Gartengebiet zu groß sind oder weil sie dort wohnen.
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Im Gebiet zwischen Brüningsweg im Westen und Am Dosenbek im Osten haben 45 Grundstückseigentümer Post von der Stadt bekommen, weil die Gebäude in dem reinen Gartengebiet zu groß sind oder weil sie dort wohnen.

15 Fälle sind im Gartengebiet in Brachenfeld bereits erledigt, 37 Verfahren laufen noch. In fünf bis acht Jahren soll alles abgeschlossen sein.

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16. Januar 2015, 06:15 Uhr

Neumünster | Nach jahrelangen Querelen zeichnet sich ein Ende des Streits um Schwarzbauten im Gartengebiet zwischen Brüningsweg und Am Dosenbek in Brachenfeld ab. Der Rückbau der zu großen Gebäude gehe gut voran. Es gebe keine Klagen, erklärt Ute Spieler, Fachdienstleiterin Stadtplanung und -entwicklung, auf Anfrage. In fünf bis acht Jahren könnte der im Bebauungsplan vorgesehene Zustand eines Garten- und Biotopgeländes erreicht sein, schätzt sie. Immer wieder hatte es in der Vergangenheit Ärger um Bürger gegeben, die dort zum Teil auch illegal wohnten (der Courier berichtete).

Seit 2004 ist der Bebauungsplan 61 „Radekoppel/Brüningsweg“ rechtskräftig. Er sieht bis auf fünf Ausnahmen, die noch aus den Vorkriegsjahren stammen, nur Nutz- und Freizeitgärten in dem etwa 250 000 Quadratmeter großen Gebiet vor. „Es gibt dort eine sehr große und kleinteilige ökologische Vielfalt, das hat schon die damalige Biotopbewertung beim Aufstellungsverfahren des Flächennutzungsplans gezeigt. Der Stadt liegt viel daran, dieses Gebiet auch als Biotopverbund von Innenstadt-Grünanlagen mit dem Brachenfelder Gehölz zu erhalten. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich auf absehbare Zeit daran etwas ändert“, sagt Ute Spieler.

Sie ist froh, dass sich die Anwohner mittlerweile kooperativ zeigen. Manche hatten zunächst mit einer Klage gegen die Anweisungen und Verfügungen der Stadt gedroht, nach Ortsterminen mit Richtern diese aber zurückgezogen. Grund: Die Richter machten den vermeintlichen Klägern keine Hoffnung auf einen Sieg. „Sie haben den Bebauungsplan und die darin enthaltenen Vorgaben bestätigt“, sagt Ute Spieler. Andere hatten darauf gesetzt, dass die Stadt eh nicht weiter reagiert und hatten die Fristen verstreichen lassen. Aber auch sie haben eingelenkt.

Jetzt hat sich die Lage offenbar geändert. Einige hätten von sich aus ohne Aufforderung mit dem Rückbau begonnen, berichtet Ute Spieler. Erlaubt sind auf den bis zu 1000 Quadratmeter großen Grundstücken Gartenlauben bis 40 Quadratmeter plus Nebengebäude bis 20 Quadratmeter Größe. Zum Vergleich: In regulären Kleingärten darf die Parzelle maximal 400 Quadratmeter betragen. Dort sind laut Verordnungen Gartenlauben nur bis zu 24 Quadratmeter Größe erlaubt. „Viele haben nun den Wert ihres Grundstücks auf dem Gelände am Brachenfelder Gehölz erkannt und nutzen ihre Gärten jetzt auch wieder“, sagt Ute Spieler. Sollte mal ein Grundstück verwildern, weil die Besitzer sich nicht mehr darum kümmern, schade das aus ökologischer Sicht nicht – im Gegenteil. Nur wilde Müllkippen dürfe es nicht geben. Hier biete die Stadt den Bewohnern eine kostenfreie Beratung zur Abfallentsorgung an.

15 der rund 75 bauordnungsrechtlich angemahnten Grundstückseigentümer haben den Rückbau laut Ute Spieler bereits zur Zufriedenheit der Stadt abgeschlossen. In 37 Fällen liefen noch Fristen, die bis zu fünf Jahre betragen. „Wir wollen niemanden finanziell überfordern. Jeder muss die Chance auf einen Abriss in Eigenregie haben“, sagt die Fachdienstleiterin.

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