Klassentreffen : Der Rohrstock war gefürchtet

Die ehemaligen Schüler des Abschlussjahrgangs 1960 der Grund- und Hauptschule Wittorf trafen sich nach einer Schleifahrt in Kappeln zum gemeinsamen Kaffeetrinken in Wasbek.
Die ehemaligen Schüler des Abschlussjahrgangs 1960 der Grund- und Hauptschule Wittorf trafen sich nach einer Schleifahrt in Kappeln zum gemeinsamen Kaffeetrinken in Wasbek.

Ehemalige Wittorfer Volksschüler trafen sich nach 55 Jahren in Wasbek.

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14. Mai 2015, 09:00 Uhr

Neumünster/Wasbek | Seit 30 Jahren treffen sich die ehemaligen Schüler des Abschlussjahrgangs 1960 der Grund- und Hauptschule Wittorf in regelmäßigen Abständen. Für ihr 55-jähriges Jubiläum hatten sie sich in diesem Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Gemeinsam fuhren 18 Männer und Frauen mit dem Bus nach Kappeln zu einer Raddampferfahrt über die Schlei. Zum Ausklang des Tages gab es am Nachmittag Kaffee und Kuchen im Landhauscafé in Wasbek.

An ihre Schulzeit haben die meisten der ehemaligen Schüler noch rege Erinnerungen. Besonders über die Vogelschießen, die damals von der Schule veranstaltet wurden, wird noch heute gesprochen. „Die Könige wurden bei einem großen Festumzug mit einer Kutsche durch die geschmückten Straßen zum Fest in Hamanns Gasthof in Wittorf gefahren“, erinnert sich Heiner Reß. Auch die Klassenfahrt nach Sylt war für die meisten ein Höhepunkt – zumal es die einzige war. Bis dahin hatten für die Schüler ausschließlich Schulwandertage auf dem Programm gestanden. Besonderer Beliebtheit erfreuten die sich allerdings nicht.

Zur damaligen Zeit herrschten in der Wittorfer Schule strenge Sitten. „Von den Lehrern gab es auch mal eine Ohrfeige. Bei ganz dicken Schnitzern wurde der Schüler direkt zum Rektor bestellt, der ging dann mit dem Rohrstock zu Werke“, sagt Heiner Reß.

Fast alle ehemaligen Wittorfer Schüler wohnen noch immer in Neumünster oder im näheren Umkreis. Einige halten auch unabhängig von den offiziellen Klassentreffen privaten Kontakt. Von den ehemaligen Lehrern lebt heute nur noch einer, am Treffen konnte er aus zeitlichen Gründen jedoch nicht teilnehmen. Umso mehr freuten sich die Männer und Frauen, dass ihre damalige Mitschülerin Ursula Böhm mit von der Partie war. Uschi, wie sie von ihren alten Klassenkameraden genannt wird, lebt aufgrund einer Behinderung im Haus Hog’n Dor und hatte sich mit einer Betreuerin extra auf den Weg gemacht. „Toll, dass ich endlich mal rauskomme“, freute sie sich sichtlich.

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