Der Präsident freut sich auf die Gorch Fock

57 Quadratmeter, weiße  Wände, hohe Decken: Torsten Geerdts sitzt an seinem neuen Schreibtisch. Dort stehen bislang nur zwei persönliche Dinge (vorne rechts), ein bunter Berliner Bär und eine Medaille von Papst Benedikt XVI. aus dem vergangenen Sommer. Foto: Geil
57 Quadratmeter, weiße Wände, hohe Decken: Torsten Geerdts sitzt an seinem neuen Schreibtisch. Dort stehen bislang nur zwei persönliche Dinge (vorne rechts), ein bunter Berliner Bär und eine Medaille von Papst Benedikt XVI. aus dem vergangenen Sommer. Foto: Geil

Zum ersten Mal ist ein Neumünsteraner der Präsident des Landtags. Der Holsteinische Courier hat Torsten Geerdts an seinem ersten Arbeitstag im neuen Büro besucht.

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29. Oktober 2009, 11:00 Uhr

Neumünster/Kiel | Die erste Erfahrung im neuen Amt war nicht angenehm: Torsten Geerdts (46) ist nicht mehr alleiniger Herr seiner Zeitplanung. In seinem Kalender stehen jetzt viele Termine, die ihm andere Menschen hineingeschrieben haben und die der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtags zu tun hat. Aber gleich gestern hat Geerdts ein bisschen gegen die Regeln verstoßen: "Meinen ersten Auswärtstermin mache ich am Donnerstag in Neumünster. Das habe ich gerade per SMS zugesagt", erzählte Geerdts. Bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Roten Kreuz, besucht er eine Grundsteinlegung im Hahnknüll. Den Termin musste das Büro des Präsidenten nachträglich in den Tag hineinbauen.
Fünf Mitarbeiter gehören zum engeren Kreis um Geerdts, aber offiziell ist er auch der Chef aller 120 Mitarbeiter der Landtagsverwaltung. Dazu kommen die drei Beauftragen für soziale Angelegenheiten, für Menschen mit Behinderungen und für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen. Diverse Mitarbeiter schreiben Geerdts künftig seine Reden, und ein Fahrer holt ihn jeden Morgen in Faldera ab und bringt ihn abends wieder nach Hause.
"Am 14. Dezember fahre ich der Gorch Fock entgegen"
Das Eckbüro im ersten Obergeschoss des Landeshauses ist 57 Quadratmeter groß, hat fast fünf Meter hohe Wände, dunkles Parkett und selbstverständlich Fördeblick. Die gesamte Einrichtung hat Geerdts unverändert von seinem Vorgänger Martin Kayenburg übernommen.
Am ersten Arbeitstag hat Geerdts gestern mit seinen Mitarbeitern die ersten Reden besprochen, einen Glückwunsch an den wiedergewählten Bundestagspräsidenten Lammert unterzeichnet und Briefe an die Chefs der Bundestagsfraktionen aufgesetzt: Die sollen ihre Mitglieder für das Gremium der Nordschleswiger benennen. In Vorbereitung sind unter anderem die Eröffnung der Kinder- und Jugendbuchwochen (Husum), der Deutsche Tag (Tingleff, Dänemark), die Festrede zum 9. November in Schwerin, die Veranstaltung "Plattdüütsch in uns Tied" in Berlin und diverse Antrittsbesuche bei anderen Parlamentspräsidenten und bei der Generalkonsulin von China in Hamburg. Auf einen Termin freut Geerdts sich ganz besonders: "Am 14. Dezember fahre ich der Gorch Fock entgegen und begrüße die Mannschaft vor Heikendorf. Das wird schön."
Mit Erstaunen registrierte Torsten Geerdts, dass der Landtagspräsident sogar Autogrammkarten hat. Die werden gerade für ihn gedruckt. "Den Tauschkurs kenne ich schon: Für einen Geerdts gibt es drei Podolskis!", sagt Geerdts mit einem Augenzwinkern.

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