Weihnachten in Neumünster : Der perfekte Weihnachtsbaum

Lenz (3) hätte lieber einen kleinen Baum. Seine Familie guckt nach anderen.
Lenz (3) hätte lieber einen kleinen Baum. Seine Familie guckt nach anderen.

Nordmanntannen zum selber schlagen sind bei Joachim Loop zu bekommen. 45 000 Bäume warten auf ein festliches Heim.

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22. Dezember 2017, 08:45 Uhr

Neumünster | Der Weihnachtsbaum ist etwas, an dem sich jedes Jahr die Geister scheiden. Es muss der „perfekte Baum“ für die heimischen vier Wände sein. Doch jeder Mensch hat andere Vorstellungen davon, was perfekt ist. Da ist es das Beste, mit der ganzen Familie in eine Schonung zu fahren. Dort stehen Hunderte von Bäumen und warten auf ihren Einsatz als bunt geschmückter Weihnachtsbaum. Bei Joachim Loop, der an der Kummerfelder Straße eine sechs Hektar große Schonung hat, werden alle fündig.
So auch Werner und Barbara Wlochinski mit ihren Enkeln Flora (6) und Lenz (3). Die vier stapften mit einer Säge bewaffnet durch den dichten Wald. Sie suchten zwei Bäume. „Einer soll zu uns und einer zu der Uroma der beiden“, erklärte Barbara Wlochinski. Seit Loop vor vier Jahren die Schonung eröffnet hat, holen sie ihren Baum jedes Jahr hier ab. „Die Auswahl ist einfach riesig, da muss ja der eine Baum dabei sein“, sagte Werner Wlochinski, für den es keine Option ist, einen fertig abgepackten Baum aus dem Baumarkt zu holen. Man muss den Baum finde, ihn von allen Seiten begutachten. Erst dann kann man mit Sicherheit sagen: Das ist er. Der eine Baum. Gerade die Kinder laufen immer wieder zu dem einen oder andern Baum und beäugen ihn ganz genau. „Da müssen die Geschenke ja auch drunter passen“, sagte Flora. Lenz hingegen freut sich einfach, in der Natur zu sein. Er atmet immer wieder tief ein, denn über der Schonung hängt der Duft von Tannennadeln.

Tatsächlich stehen hier 45 000 Bäume, die ein betörendes Aroma verströmen. Die Nordmanntannen haben, wenn sie bei Loop ankommen, schon eine lange Reise hinter sich. Die Samen kommen aus dem Ural nach Dänemark. Dort wachsen die kleinen Bäume drei Jahre lang. Anschließend kommen sie in die Schonung von Loop. Hier müssen sie noch einmal zehn Jahre wachsen. Erst dann sind sie zwischen 1,5 und 2 Meter hoch und bereit gefällt zu werden. „Jeder Baum hat das Ziel, ein Weihnachtsbaum zu werden. Dieses erreichen jedoch nur etwa 70 Prozent“, erklärte der Landwirt. Die anderen Bäume wachsen nicht grade genug und werden dann zu Tannengrün verarbeitet. Loop und seine Helfer begutachten die Bäume über das ganze Jahr verteilt. Da wird auch mal ein Ast abgetrennt, der aus dem übrigen Gehölz herauswächst: Alles mit einem Ziel: Der Baum soll eine Familie glücklich machen. Bei so einer großen Auswahl sollte man Zeit mitbringen, denn der perfekte Baum wartet irgendwo auf dem Gelände. Auch Familie Wlochinski suchte länger nach den beiden Exemplaren, die wie gemacht für das heimische Wohnzimmer sind. Diese wurden dann gefällt und ins Auto getragen. Der kleine Lenz konnte seinen Blick gar nicht von dem grünen Wunder abwenden. „Der sieht so toll aus“, sagte er mit leuchtenden Augen.

Er kann es schon jetzt kaum erwarten, ihn zu schmücken. Seit dem 8. Dezember ist die Schonung jeden Tag zwischen 10 und 16 Uhr für die Suchenden geöffnet. Jetzt ist gerade noch Zeit, sich seinen Baum zu holen. Denn was ist schon das Fest ohne einen Baum, der festlich geschmückt in der Wohnung steht?

Für Flora und Lenz wäre es undenkbar Weihnachten ohne Baum zu feiern. „Der gehört einfach dazu“, sagt Flora. Opa Werner schulterte ihren Wunschbaum, lächelte seine Enkelin an, nahm sie bei der Hand und zusammen machten sie sich auf den Weg.

Zurück blieb Joachim Loop. Auch er freute sich, denn er wusste: Das Weihnachtsfest des kleinen Mädchens ist durch einen seiner Bäume schöner geworden.

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