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Sparkasse : Der NRS-Standort an der Oderstraße steht auf der Kippe

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Holt die Sparkasse Südholstein die ausgegliederte Arbeit wieder zurück ins Haus? In Neumünster stehen 150 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Die angeschlagene Sparkasse Südholstein muss sich neu ausrichten. Zum Sparprogramm gehören nicht nur der Abbau von 130 der 800 Vollzeitstellen und die Schließung unrentabler Filialen wie zuletzt Mitte Januar in der Böcklersiedlung, in Brachenfeld und in der Gartenstadt (der Courier berichtete). Jetzt steht offenbar auch die weitere Zusammenarbeit mit dem Sparkassendienstleister Norddeutsche Retail Service GmbH (NRS) auf dem Prüfstand.

Die NRS hat seit 2007 ihren Sitz im ehemaligen Oppermann-Gebäude an der Oderstraße 35. Ein Großteil der 150 Mitarbeiter kam seinerzeit von der Südholstein zur NRS. Viele fürchten jetzt um ihren Job, da der Standort auf der Kippe steht. „Wir sind hier überwiegend für die Sparkasse Südholstein tätig“, bestätigte die NRS-Sprecherin Sigrid Wandelt.

Die Sparkasse Südholstein fällt nach ihren Angaben nicht als Kunde aus, will aber einen Teil der Leistungen wieder in eigener Regie erbringen. „Wir reden über verschiedene Arten der künftigen Zusammenarbeit. Ob der Standort Neumünster erhalten bleibt, hängt von diesen Verhandlungen ab“, sagte Sigrid Wandelt.

Mit Blick auf diese laufenden Verhandlungen mochte auch die Sparkasse Südholstein gestern keine Angaben machen. So viel sagte Südholsteins Sprecherin Imke Gernand auf Courier-Nachfrage aber doch: „Diese Dienstleistungen müssen weiter erbracht werden, aber möglicherweise auch wieder im eigenen Haus, also unter dem Dach der Sparkasse Südholstein.“ Die NRS erledigt für mehrere Sparkassen sogenannte Hintergrundabläufe, verwaltet etwa Kredite, kümmert sich um Ratings, Wertermittlungen oder das Mahnwesen. 2007, als die NRS nach Neumünster kam, wurde das noch als Zukunftslösung für alle Sparkassen im Land propagiert, da das angeblich viel billiger sein sollte. Die Sparkassen sollten von Hintergrundabläufen entlastet werden und sich auf ihr Geschäft am Kunden konzentrieren können.

Dass jetzt die Rolle rückwärts folgt, erklärte der Sprecher des Sparkassen- und Giroverbands Schleswig-Holstein (SGV), Reinhardt Hassenstein, so: „Ausgelagerte Bankdienstleistungen in sogenannten Kreditfabriken sind seit 2011 umsatzsteuerpflichtig. Aber wenn eine Leistung auf Schlag 19 Prozent teurer wird, ist die Geschäftsgrundlage schwer belastet.“ Der SGV ist gemeinsam mit den Finanzholdings der Sparkasse Bremen und der Hamburger Haspa Eigentümer der NRS.

Die Südholstein wolle die einst ausgegliederte Leistung nun wieder eingliedern. „Über den Rückübergang der Beschäftigten wird gerade verhandelt“, so Hassenstein. „Unser Ziel ist dabei der Erhalt der Arbeitsplätze“, betonte NRS-Sprecherin Sigrid Wandelt.

Bei der Sparkasse Südholstein wird derweil der im vergangenen Jahr angekündigte Personalabbau umgesetzt. Das Institut setzt auf natürliche Fluktuation und Altersteilzeitregelungen. „Das sind alles sehr individuelle Vereinbarungen“, sagte Imke Gernand. Da es sich auch um Teilzeitstellen handele, seien 150 bis 160 Mitarbeiter betroffen. Die Sparkasse Südholstein musste 2013 zum zweiten Mal vom Sparkassenverband gestützt werden.

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 19.Feb.2014 | 07:00 Uhr

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