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Holsteinischer Courier

22. November 2017 | 19:45 Uhr

SHMF : Der Meister kam mit jungen Wilden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Star-Percussionist Martin Grubinger sorgte in den Holstenhallen für besondere Klänge und beste Stimmung

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 08:56 Uhr

Neumünster | Mehr Begeisterung geht nicht. Der Meister war noch gar nicht auf der Bühne, da jubelte das Publikum bereits. Mit tosendem Applaus empfing es am Montagabend die „Wilden 80“, junge Teilnehmer eines zweitägigen Percussion-Workshops, die nun als Stars neben Martin Grubinger und dem fünfköpfigen „Percussion Planet Ensemble“ ein zweistündiges Werkstattkonzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Festivals (SHMF) geben sollten.

„Der Martin Grubinger ist nicht nur ein exzellenter Musiker. Er versteht es innerhalb kürzester Zeit, die Menschen für sich zu gewinnen“, wusste Angelika Leptin bereits eine Viertelstunde vor dem Konzert zu berichten. Seit die Plönerin den österreichischen Ausnahme-Percussionisten vor zwei Jahren zum ersten Mal live erlebte, ist sie ein „echter Grubinger-Fan“. Auf das Werkstatt-Konzert sei sie nun sehr gespannt, sagte die 45-Jährige noch schnell, um dann ihrem Mann und den beiden Kindern hinterher zu eilen.

In der Holstenhalle waren die besten Plätze zu diesem Zeitpunkt bereits besetzt. Bei freier Platzwahl waren viele Besucher rechtzeitig gekommen. Denn nicht nur am ungewöhnlichen Klang wollten sich die Fans berauschen; auch den optischen Genuss, wenn Schlegel und Hände über Trommeln und Mallet-Instrumente fliegen, wollte keiner verpassen.

Martin Grubinger fliegen die Herzen nur so zu – auch am Montagabend. Mit dem entwaffnenden Charme eines Lausbuben wickelte er sein Publikum in Windeseile um den Finger – etwa als er erzählte, dass man ihn in der Garderobe vergessen hatte und er deshalb verspätet auf der Bühne erschien. Das Publikum spendierte ihm einen Extra-Applaus – und Grubinger strahlte.

Das tat er auch, wenn er seine jungen Mitspieler auf der Bühne anfeuerte, ihnen das Rampenlicht überließ oder das Publikum spontan um ein „Happy Birthday“ für Anton bat. Der junge Teilnehmer hatte nämlich am Montag Geburtstag. „Ich finde, er hat sich einen echten Chor verdient“, forderte Grubinger zum Mitsingen auf.

Seine direkte Ansprache kam gut an. Zu keiner Zeit den Oberlehrer rauskehrend, erklärte der studierte Vollblutmusiker die einzelnen Instrumente, die Wurzeln der afrokubanischen Rumba und wusste einiges über den Sieben-Achtel-Takt der traditionellen Lieder aus Bulgarien zu berichten. „Der ist sehr schwierig“, sagte der Österreicher. „Wenn die Leute mitklatschen, ist das Lied ziemlich schnell zu Ende“, grinste Grubinger fröhlich.

Die fröhliche Stimmung steigerte sich während des gesamten Konzertes. Nachdem alle Musiker sich gemeinsam mit einer Samba und einem Rundkurs durch die Stuhlreihen verabschiedet hatten, verließen auch die Zuschauer strahlend und auf den Füßen wippend die große Halle. Ein sehr gelungener Abend für Jung und Alt.
 

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