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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 05:16 Uhr

Ernte : Der Mais droht zu vertrocknen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach dem Spitzenerntewetter droht der Mais stellenweise zu verkümmern. Die Landwirte sind mit der Prognose vorsichtig.

Grossharrie | Sommerliche Temperaturen pünktlich zu den Ferien und ein Erntewetter wie aus dem Bilderbuch: Etwa 10 bis 14 Tage früher als in normalen Jahren fuhren die Mähdrescher rund um Neumünster in die Gerste, den Raps, in Roggen, Hafer und Weizen. Wo sonst Mitte August die Mähdrescher ihre Arbeit beginnen, werden die Felder bereits wieder für die Wintersaat von Raps oder Gerste vorbereitet. Die Stoppelfelder werden bearbeitet und Gülle als Dünger eingearbeitet.

„Bereits bei der Gerste gab es spürbare Standortunterschiede“, meinte der Großharrieer Landwirt und Vorsitzender im Verband Landwirtschaftlicher Fachbildung Neumünster, Rainer Solterbeck. Das hat sich bei Raps und Weizen fortgesetzt. Bis auf wenige Felder ist die Getreideernte im Raum Bokhorst – ebenso wie im übrigen Schleswig-Holstein – trocken unter Dach und Fach gekommen. Das sieht in anderen Teilen Deutschlands und Europas örtlich ganz anders aus. „Wir können schlicht zufrieden sein“, sagte Solterbeck. In ostdeutschen Anbaugebieten können die Mähdrescher trotz lastverteilender Raupenfahrwerke nicht einmal auf die Äcker fahren, so nass sind die Böden nach schweren Regenfällen. Dafür droht vor der Haustür der Mais stellenweise zu vertrocknen. Einige Landwirte denken bereits darüber nach, den Mais zu häckseln, bevor der überhaupt richtige goldgelbe Kolben gebildet hat, um wenigstens die vorhandene Grünmasse zu retten und in die Silos zu fahren. Für Milchviehbetriebe wie den von Rainer Solterbeck ist der Mais neben Gras das wichtigste Grünfutter. Auch beim Gras als Lieferant für die Gras-Silage als Winterfutter wird es eng für den heute üblichen dritten Schnitt. „Jetzt kommt es wirklich auf jeden Tropfen Regen an“, sagt der Landwirt.

Auch wenn eine gute Getreideernte mit geringen Trocknungskosten, guten Stroherträgen und ebenso guten Durchschnittserträgen von etwa 65 bis 100 Doppelzentner pro Hektar beim Weizen in die Lager gefahren wurde, bleiben die Reaktionen verhalten. „Das Jahr ist noch nicht vorbei und kann noch mit einigen Überraschungen aufwarten“, meinten einige Landwirte aus dem Bokhorster Raum.


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