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Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 04:29 Uhr

Bordesholm : Der Löwe kehrt zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der neu benannte Kulturverein lässt eine Bronzeplastik neu erstellen, die einmal in Bordesholm gestanden hat.

Bordesholm | Es gib Neues aus der Bordesholmer Kulturszene: Wolfgang Bauch hat vier Bronzelöwen aufgetan, die bereits im 14. Jahrhundert im Bordesholmer Kloster standen. Jetzt soll eine Kopie für Bordesholm angefertigt werden. Außerdem hat der Kultur- und Verschönerungsverein (KVBL) seinen Namen geändert.
Der KVBL heißt jetzt Kulturverein Bordesholmer Land. Die sperrigere Bezeichnung Kultur- und Verschönerungsverein Bordesholmer Land gehört damit der Vergangenheit an. Die Abkürzung bleibt bestehen ebenso wie die Aufgaben. Das wurde auf der Mitgliederversammlung vorgestern Abend im Gewölbekeller beschlossen. Wiedergewählt wurden Katrin Göldner und Ilona Ingwersen; zum ersten Mal in den Vorstand wurde der Sprecher der Heimatsammlung Nils Lange berufen.

Dann wurde ein „Sensationsfund“, wie sich der KVBL-Vorsitzende Reinhard Koglin ausdrückte, vorgestellt. Wolfgang Bauch, ehemaligem stellvertretenden Leiter des Archäologischen Landesamtes, war durch Zufall und Beharrlichkeit vor einiger Zeit auf vier schwere Bronzelöwen aus der Renaissance-Zeit gestoßen, die inzwischen wissenschaftlich eindeutig auf ihren Ursprung bei der Gründung des Bordesholmer Klosters und der Klosterkirche um 1330 herum eingeordnet werden konnten. Zwei der Löwen sind nach seiner Wiedereröffnung an prominenter Stelle im Amsterdamer Rijksmuseum ausgestellt und werden jährlich von 2,3 Millionen Besuchern bewundert. Die beiden anderen liegen im Archiv der Eremitage in St. Petersburg.

Beide weltberühmten Museen hatten grundsätzlich ihr Einverständnis zur Ausleihe eines oder mehrerer Löwen gegeben, die im Zuge einer Renovierung der Klosterkirche Ende des 19. Jahrhunderts verscherbelt und auf abenteuerlichen Wegen ihren letzten Standort in den Niederlanden und in Russland gefunden hatten. „Aber Verpackung und Transport sowie allein die Versicherungssumme von 600 000 Euro pro Stück hätten die Finanzen des KVBL oder der Gemeinde Bordesholm bei Weitem überstiegen“, erklärte Koglin.

Doch Wolfgang Bauch hat die Amsterdamer Museumsverwaltung bewegen können, eine Kopie aus Weichplastik von einem der Löwen zu erstellen. Er hat dafür den Löwen mit dem Wappen der Familie Pogwisch ausgewählt. Diese hatte als reiche Grundbesitzer im frühen 14. Jahrhundert den Anstoß und das Geld gegeben, um das bestehende Neumünsteraner Kloster samt Kirche auf die Insel im Bordesholmer See zu verlegen. Löwenstifter Wulf Pogwisch liegt mit seiner Familie deshalb in einer Gruft der Klosterkirche; die Grabplatte steht an der Nordwand des Kircheninnenraumes.

Die Amsterdamer Form wird nun in Schleswig-Holstein weiterbehandelt und in einen neuen Bronzeguss im Originalmaßstab verwandelt. Bauch rechnet mit der Aufstellung der Replik Ende des Jahres, wahrscheinlich im Umfeld der Klosterkirche. Finanziert wird das über eine Spende im oberen vierstelligen Bereich der Fielmann AG. 


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