Gerisch-Stiftung : Der Künstlerische Leiter geht

Dr. Martin Henatsch hört bei der Gerisch-Stiftung auf.
Dr. Martin Henatsch hört bei der Gerisch-Stiftung auf.

Dr. Martin Henatsch verabschiedet sich nach acht Jahren erfolgreicher Arbeit zum Jahresende. Es gab unterschiedliche Auffassungen.

shz.de von
30. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Die Gerisch-Stiftung trennt sich nach acht Jahren von ihrem Künstlerischen Leiter Dr. Martin Henatsch. Als Grund nannte das Stifter-Ehepaar Brigitte und Herbert Gerisch gestern „unterschiedliche Vorstellungen über die langfristige Orientierung und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stiftung, insbesondere für die Organisation von Ausstellungen“. Einen Nachfolger gibt es vorerst nicht.

„Es ist nichts Ungewöhnliches, dass die Leitung in Kunsthäusern und Stiftungen nach einer so langen Zeit wechselt. Sonst bekommt man auch leicht mal einen eingeschränkten Blick auf die Dinge“, sagte Brigitte Gerisch auf Nachfrage zum Courier. Streit habe es nicht gegeben, die Auflösung des Vertrages zum Jahresende sei „in gegenseitigem Einvernehmen“ erfolgt. Nachteile erwartet sie nicht: „Wir haben eine erfolgreiche wissenschaftliche Mitarbeiterin. Es wird alles so weitergehen wie bisher.“

Das sieht Martin Henatsch (50) etwas anders: „Ich konnte meine Vorstellungen nicht mehr umsetzen“, sagt der Kunsthistoriker. Er wollte weiter hochkarätige Ausstellungen in die Stadt holen. „Ich weiß nicht, ob mit der finanziellen Ausstattung und dem ohnehin sehr eingeschränkten Mitarbeiter-Stamm“ das Niveau gehalten werden könne. Brigitte Gerisch widerspricht: "Die Stiftung ist sehr solide aufgestellt."

Henatsch machte die Stiftung weltweit bekannt, das lobt auch das Ehepaar Gerisch: „Mit seiner Fachkompetenz, seinen vielfältigen Kontakten und seinem unermüdlichen Einsatz für die Kunst in Neumünster gelang es ihm, ein international anerkanntes Ausstellungshaus zu etablieren.“ Die Gerischs betonen, dass der Kauf von Skulpturen und die weitere Vervollständigung der Sammlung im Vordergrund stünden: „Die Sammlung begleitende Ausstellungen werden weiterhin zur Kernaufgabe gehören, ebenso die Malschule und die kulturelle Bildung, insbesondere für Jugendliche.“ Künstler Wilhelm Bühse, der genau dafür zuständig ist, bedauert den Abgang von Henatsch: „Das hat mich überrascht und erschrocken.“

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