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Holsteinischer Courier

24. September 2017 | 14:22 Uhr

Lensterstrand : Der KSV kämpft um sein Zeltlager

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auf die im Mai beginnende Saison fällt ein Schatten. Dem KSV fehlen die Fußball-Freizeiten des Deutschen Fußballbundes.

von
erstellt am 14.Apr.2014 | 04:30 Uhr

Neumünster | Vor 60 Jahren wurde die Jugendbegegnungsstätte am Lensterstrand in Grömitz von der Zeltlagergemeinschaft Neumünster begründet. Seit 40 Jahren wird sie unter Regie des Kreissportverbands (KSV) betrieben. Das doppelte Jubiläum soll am Pfingstsonntag mit einem Festakt gefeiert werden.

Lenste ist an diesem Wochenende komplett ausgebucht: Etwa 700 Handballer tummeln sich über die Feiertage beim großen Pfingstturnier des SC Gut Heil auf der Anlage. Doch so eine gute Auslastung ist die Ausnahme. Auf die im Mai beginnende Saison fällt ein Schatten. „Wir haben Buchungen für knapp 21 000 Übernachtungen“, sagt der KSV-Geschäftsführer Manfred Utech. Das sind etwa 3000 Gäste weniger als im vergangenen Jahr.

Dem KSV fehlen die Fußball-Freizeiten des Deutschen Fußballbundes. Seit 1993 war die DFB-Stiftung Egidius Braun gern gesehener und zahlungskräftiger Feriengast. Im Dezember trudelte die Absage für 2014 ein. Der KSV wurde davon völlig überrascht (der Courier berichtete). „Der Ausfall des DFB ist nicht zu kompensieren. Dafür war die Zeit zu knapp“, sagt Utech.

Eine weitere Absage wirft den Kreissportverband nicht aus der Bahn. Auch der Veranstalter Camp Adventure hat für 2014 nicht wieder gebucht. Als neuen Kunden hat der KSV LE-Tours mit fünf Maßnahmen gewonnen. „Wir haben auch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich der DFB wieder einklinkt“, sagt Utech nach vielen positiven Rückmeldungen aus der Betreuerriege der DFB-Fußballfreizeiten.

Der Kreissportverband kämpft schon seit Jahren mit rückläufigen Buchungszahlen. Im Boom-Jahr 2001 verzeichnete Lenste noch 33 000 Gäste. „Der allgemein rückläufige Trend ist auch durch die Demografie zu erklären“, sagt Utech. Es gebe einfach weniger Kinder. Seit zwei, drei Jahren mache sich zudem zunehmend bemerkbar, dass Ferienmaßnahmen weniger von der öffentlichen Hand gefördert würden. „Kinder aus sozial schwachen Familien bleiben so außen vor“, sagt Utech.

Weniger Auslastung bedeutet auch weniger Personal bei den Saisonkräften. Am nötigen Stammpersonal um Lenste-Leiter Torsten Höppner werde aber nicht gespart. Auch der Vertrag mit dem Neumünsteraner Cateringservice für die Verpflegung bleibt unberührt.

Der KSV investiert trotz der wegbrechenden Einnahmen in seine Jugendbegegnungsstätte. In diesem Jahr werden sämtliche festen Unterkünfte in den sogenannten Nurdach-Häusern mit neuen Bettgestellen ausgestattet. Der KSV will mit einer Werbeoffensive künftig noch offensiver an Schulen herantreten, um auch die Kapazitäten außerhalb der Sommerferien auszulasten. „Gerade ein Zeltlager bietet doch die besten Chancen, ein Gemeinschaftsgefühl zu erleben“, sagt Utech. Daneben sollen neue Angebote wie Sportcamps, etwa für Fußball- oder Handballteams, ausgeweitet werden. Mit der kleinen Sporthalle sei Lenste auch für Kampfsportgruppen prädestiniert, sagt Utech: „Wir haben dafür alle Möglichkeiten hier. Lenste ist und bleibt ein Aushängeschild für Neumünster.“

Das kann kein Computerspiel bieten
Es sind Höhepunkte jeder Kindheit: Wer erinnert sich nicht gern ein Leben lang an die Wandertour  mit den Pfadfindern, die Klassenfahrt in den Harz oder eben die Reise mit dem Sportverein?  Für Generationen von Neumünsteranern gehört das Zeltlager  am  Lensterstrand einfach dazu. Diese Aufenthalte in einer Gemeinschaft von Jugendlichen ohne Eltern sind es, die Kinder stark machen, die ihnen Erfahrungen vermitteln, die kein Computerspiel ihnen je wird bieten können. Deshalb ist es um so wichtiger, dass diese Einrichtungen auch in Zeiten knapper Kassen   und abnehmender Geburtenzahlen dennoch überleben.

Daher ist es absolut lobenswert, dass der KSV an die Idee Lenste glaubt und auch in der Krise weiter investiert. Allerdings darf er damit nicht allein gelassen werden.  Denn letztendlich geht es um  unsere  Kinder – und damit um die Zukunft Neumünsters. (Dörte Moritzen)

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