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Holsteinischer Courier

23. August 2017 | 10:26 Uhr

Der Konjunktiv lebt

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Strittige Szenen im VfR-Stadion

Das war es also, das DFB-Pokalspiel des VfR gegen Hertha BSC. Es war ein Spiel, das noch in Jahren die Gemüter erregen wird. Es war ein Spiel, das viele zu gerne noch einmal spielen würde - so wie das 66er-WM-Finale von Wembley. Über die entscheidenden Szenen wurde auch unter der Woche mehr als einmal lebhaft diskutiert. Gelb-Rot für Christopher Kramer in der 90., Elfmeter für Berlin in der 119. Minute: Diese beiden Entscheidungen des fränkischen Schiedsrichters Benjamin Cortus waren für einige zu viel. Sie witterten gar Betrug. Andere wiederum gingen rationaler an die Sache heran - besonders an die Entstehung des Elfmeters. Was wäre gewesen, wenn sich dieser Zweikampf auf der anderen Seite zugetragen und Cortus dann nicht gepfiffen hätte? Wenn ein Herthaner einen Neumünsteraner über den Haufen gelaufen hätte, als Letzterer gerade den Ball in einer ungefährlichen Zone an der Strafraumgrenze nahe der Torauslinie kontrollieren wollte? Hätten dann alle diejenigen, die jetzt den Strafstoßpfiff verdammen, den Mund gehalten? Wie schön, dass Fußball nicht im Konjunktiv gespielt wird - auch wenn das zugegebenermaßen einen Heidenspaß bringt. Wie gut, dass es Spiele gibt, über die man auch in 50 Jahren noch debattieren wird. Was würden wir bloß ohne den Fußball machen?! Nur gut, dass auch dieser Konjunktiv ein Konjunktiv ist. Fakt ist: Der VfR hat sich super verkauft, mit nur zehn Mann in der Verlängerung eine unglaubliche Leistung gezeigt. Ja, Rasensport hätte ein Elfmeterschießen verdient gehabt - womit wir wieder beim Konjunktiv wären ... Neben dem VfR ärgert sich übrigens ebenso Olympia über das Aus in Runde 1. Denn - listig, listig - auch Grün-Weiß-Rot schnitt sich ein Stück vom großen Pokal-Kuchen ab, bot parallel zum Hertha-Spiel auf seinem Gelände Parkplätze für zwei Euro das Stück an. Zweifelsohne hätte (!) also auch Olympia eine zweite Runde gut gebrauchen können.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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