Bordesholm : Der Kampf gegen die Miniermotte zeigt Erfolge

Roland Schump, Leiter des Bauhofs in Bordesholm, zeigt hier eine Lockstoff-Falle, die dem Miniermottenbefall der Rosskastanie Einhalt gebieten soll.
Roland Schump, Leiter des Bauhofs in Bordesholm, zeigt hier eine Lockstoff-Falle, die dem Miniermottenbefall der Rosskastanie Einhalt gebieten soll.

Bordesholmer können die Fallen bei der Gemeinde ordern, doch davon wird wenig Gebrauch gemacht.

shz.de von
14. November 2013, 08:00 Uhr

Die Larven der Miniermotte zerstören Larven das Blattwerk der Rosskastanien. Der Kampf gegen sie scheint fast so aussichtslos, wie der Angriff auf die sprichwörtlichen Windmühlenflügel. Bereits seit einigen Jahren beteiligt sich auch das Amt Bordesholm mit dem Ausbringen vom sogenannten Lockstofffallen an der Behandlung der befallenen gemeindeeigenen Bäume. Erste Erfolge sind dabei zwar zu verzeichnen, doch um eine flächendeckende Verringerung des Befalls zu erreichen, ist mehr private Initiative gefordert.

„Wir bieten seit 2007 eine Sammelbestellung für Bürger an, die ihre Rosskastanien schützen wollen. Doch die Resonanz ist leider noch gering“, berichtete dazu Daniel Ladehoff als zuständiger Sachbearbeiter im Ordnungsamt. Die Kosten für eine wiederverwendbare Falle bezifferte er dabei auf 30 bis 40 Euro. Für den Lockstoff kommen dann noch einmal rund 25 Euro pro Jahr hinzu. „Für eine große Kastanie braucht man in der Regel drei Fallen“, erklärte er weiter.

Die Fallen werden im April in die Bäume gehängt und verbleiben dort bis September. „Kontrolliert und nachgefüllt müssen die Kunststoffbehälter zirka alle 14 Tage“, erläuterte Ladehoff zur Handhabe. Sinn der Fallen ist dabei, die Miniermottenmännchen in die Falle zu locken und so die Population über das Jahr zu verringern.

So gehen auch die Mitarbeiter des Bordesholmer Bauhofes vor. „Die Bäume, die von diesem Schädling befallen sind, werden von uns mit den Fallen bestückt. Das sind rund 250 bis 300 Stunden im Jahr Arbeit. In der Regel dauert ein Rundgang für einen Mitarbeiter einen Arbeitstag lang“, erklärte Roland Schump, Leiter des Bauhofes zum gemeindlichen Aufwand. „Doch wo die Fallen hängen, helfen sie auch. Über die Jahre geht die Menge der Larven zurück. Das kann man am Blattwerk gut beobachten“, wusste Gärtner Michael Foord zu berichten. „Gut wäre es, wenn sich alle Besitzer von Kastanien an dieser Behandlung beteiligen würden, denn sonst sei der Einsatz zweifelhaft.

Als weitere Maßnahme riet Foord außerdem dazu, das Laub nicht in den eigenen Kompost zu entsorgen, sondern es vom Bauhof abholen zu lassen. „Das ist kostenfrei und auch die entsprechenden Säcke stehen zur Verfügung. Die Temperaturen in einem normalen Hauskompost reichen zum Abtöten der Larven nicht aus“, erläuterte er.

In der Kompostierungsanlage in Bordesholm (OAR)wird das Laub speziell behandelt, so dass die Larven der Miniermotte sowie auch andere Schädlinge dort nicht überleben. Zum Ablauf in der Kompostierung erklärte der Geschäftsführer der OAR, Günter Braun-Oppert: „Nach dem Schreddern wird das Laub in großen Mieten zur Verrottung aufgesetzt. Diese erreichen eine Temperatur von 60 bis 80 Grad. Die Larven der Motte, aber auch anderer Befall wird somit abgetötet. Was so an wiederverkäuflichem Kompost entsteht, ist dann auf jeden Fall sauber. Ein normaler Haushaltskompost erreicht nur an die 40 Grad. Das überleben viele Schädlinge locker.“


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