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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 11:30 Uhr

Der Habicht schlug bei uns im Garten zu

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unser Garten hinter dem Haus liegt jetzt im Januar in trüber Winterruhe. Aber die geordnete Unordnung der Büsche rundherum macht es sicher jedem Tier, das kommen mag, möglich, ein Plätzchen zum Überwintern zu finden. Und so haben wir Jahr für Jahr eine große Anzahl verschiedener Vögel in den Zweigen und regen Flugverkehr an den Futterplätzen.

Kürzlich hatten wir dann eine Begegnung der besonderen Art. Mit einem dumpfen Schlag war ein Vogel gegen die Fensterscheibe geprallt. Ich wolle nach ihm sehen und vielleicht helfen, aber es war schon zu spät. Er taumelte einige Meter über den Rasen. Dort saß bereits ein hungriger Habicht, der ihn wohl gezielt verfolgt und gegen die Scheibe getrieben hatte. Blitzschnell schlug er zu und flog mit seiner Beute auf einen Holzblock im hinteren Garten. In aller Ruhe verzehrte er seine Mahlzeit. Mit dem Fernglas konnten wir seine Schönheit und Geschicklichkeit ganz nah bewundern. Nach etwa 45 Minuten schwang er sich mit gefülltem Kropf in einen Busch, putzte sein Gefieder und saß dann lange Zeit ganz still in einer Astgabel. Nur der Kopf mit den großen bernsteingelben Augen bewegte sich ein wenig und zeigte seine Wachsamkeit. Nach und nach verstummten die Alarmschreie der Amseln, und bald herrschte wieder reges Vogelleben an den Futterstellen im Garten, obwohl der Habicht noch drei Stunden im Gebüsch ausruhte. Der böse Feind hatte auch nur Hunger gehabt und war jetzt satt und ungefährlich.

So passiert es täglich in der Natur. Nicht nur die kleinen bunten gefiederten Gäste haben Hunger, auch die Großen müssen durch den Winter kommen. Dass wir nun vom Wohnzimmer aus daran teilnehmen konnten, war ein schöner Zufall und eine besondere Art von Winterfütterung.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 12:54 Uhr

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