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Eiserne Hochzeit : Der Funke sprang im Kreuzweg über

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Waltraut und Herrmann Lensch feiern heute ihre Eiserne Hochzeit im kleinen Kreis mit fünf Kindern, fünf Enkeln und sechs Urenkeln.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2016 | 17:00 Uhr

Neumünster | Waltraut Lensch (85) erinnert sich noch genau: „Der Hermann sah damals gut aus – und was war er charmant. Das hat mir gleich gefallen“. Und nach einer kurzen Pause: „Für mich war es Liebe auf den ersten Blick.“ Der so Gelobte (85) sitzt ihr gegenüber, lächelt verschmitzt und erklärt: „Ja, sie war auch sehr hübsch.“

Damals – das ist mittlerweile 69 Jahre her. Was als Liebelei 1947 in Tungendorf begann, sollte am 21. März 1951 auf dem Standesamt im Rathaus in der Ehe enden und bis heute glücklich halten. Mit ihren fünf Kindern, fünf Enkeln im Alter von 30 bis 45 und den sechs Urenkeln zwischen 7 und 17 Jahren feiern Waltraut und Herrmann Lensch an diesem Montag die seltene Eiserne Hochzeit.

Kennengelernt haben sich die Ostpreußin aus Masuren und der Tungendorfer aus der Schulstraße in der Gaststätte Kreuzweg an der Ecke Am Kamp / Norderdorfkamp. „Da waren wir jeden Sonnabend tanzen, obwohl wir eigentlich erst mit 21 dort hinein durften.“ Doch es fanden sich für die beiden immer Wege in den vollen Saal. Geschwooft wurde dann bis zum Ende, und bei den „Capri-Fischern“, die traditionell zum Abschluss gespielt wurden, kamen sich beide näher.

„Geheiratet haben wir dann schon mit 20, weil das erste Kind unterwegs war“, sagt Waltraut Lensch. Die Eltern hatten nichts dagegen, aber zunächst musste das Amt sein Okay geben. „Ich war ja noch nicht volljährig“, sagt Hermann Lensch. Die erste gemeinsame Ein-Zimmer-Wohnung an der Werderstraße wurde schnell zu klein. Denn nach Benno folgten 1955 Marita, 1960 Martin, 1962 Corinna und 1969 Thomas. Im Haus an der Eichenallee in Tungendorf fand die Familie ihr Zuhause.

„Natürlich gab es über die Jahre Höhen und Tiefen, aber eine ernsthafte Trennung haben wir nie ins Auge gefasst“, sagt Waltraut Lensch und liefert auch gleich ihr „Rezept“: „Man muss verzeihen können, und das konnte ich immer gut. Außerdem bin ich nicht nachtragend.“

Mittlerweile verbringt das Paar seinen Lebensabend in der Innenstadt. Waltraut Lensch hat seit rund fünf Jahren ein neues Hobby, spielt leidenschaftlich gerne Playstation und surft im Internet. Ihr Mann kann mit „dem neumodischen Kram“ dagegen nichts anfangen. Er macht lieber Spaziergänge und sorgt für die Einkäufe. Denn die beiden agilen Eheleute führen noch ihren eigenen Haushalt. Und wenn sie Hilfe brauchen, reicht ein Anruf: „Irgendein Kind oder Enkel ist immer sofort da“, sagt Waltraut Lensch glücklich und dankbar.

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