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Volkstrauertag : „Der Frieden darf nicht verstummen“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mahnende Worte von Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und Propst Stefan Block bei der zentralen Gedenkfeier. Klaus-Groth-Schüler zeigten ein ergreifendes Schauspiel.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 08:30 Uhr

Neumünster | Die Attentate, die die französische Hauptstadt Paris am Freitagabend erschütterten, fanden auch Eingang in die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Sonntagmittag im Friedenshain. Vor der eigentlichen Feierstunde bat zunächst Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras die rund 120 Gäste um eine Schweigeminute für die Opfer der Anschläge, deren Angehörige sowie die beteiligten Hilfskräfte.

In ihren Ansprachen fanden auch Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und Propst Stefan Block eindringliche Worte zu den aktuellen Ereignissen in Frankreich. „In der erinnernden Trauer an unsere Toten schließen wir alle Opfer von Krieg und Vertreibung auf der Welt ein. Friede muss in den Seelen der Menschen entstehen. Jeder ist aufgerufen, das Seinige dafür zu tun. Das Gedenken an die Toten ist unsere Verpflichtung. Wir lassen uns den Frieden in unserem Land nicht durch Extremismus zerstören“, sagte Schättiger in einer ergreifenden Rede an die Besucher.

Er sei sprachlos und entsetzt über die Geschehnisse in Paris, erklärte auch Stefan Block. Und die Gewalttaten schrien natürlich nach klaren rechtsstaatlichen Antworten. Dennoch richtete Block seinen Appell mit den Worten des Landesbischofs Gerhard Ulrich letztlich an die Menschen selbst. „Die Stimme des Friedens und der Barmherzigkeit darf nicht verstummen“, lautete sein Aufruf.

Nach dem Poetry-Slam der Schüler der Gemeinschaftsschule Brachenfeld im vergangenen Jahr wurde die Gedenkfeier in diesem Jahr von rund 30 Schülern des 12. Jahrgangs der Klaus-Groth-Schule gestaltet. Innerhalb von sechs Wochen hatten die jungen Frauen und Männer gemeinsam mit ihrer Lehrerin für Darstellendes Spiel, Inga Hilscher, vier bewegende Szenen erarbeitet, die in einer rund 20-minütigen Aufführung die Ängste und die Gräuel des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie die Teilung Deutschlands und die heutige Situation der Flüchtlinge reflektierten. Bemerkenswert einfach und schlicht in den Texten verdeutlichte hierbei insbesondere das abrupte Ende jeder Szene das menschliche Entsetzen, mit denen diese Zeiträume behaftet sind. Den bewegten Gesichtern der Zuschauer war anzusehen, dass diese Darbietung sie stark anrührte.

Im Anschluss an die Feier, für die wiederum ein Zelt aufgebaut worden war, kamen die Besucher zum Totengedenken mit Kranzniederlegung am Ehrenmal im Friedenshain zusammen. Hier legten Olaf Tauras und Anna-Katharina Schättiger zwei Kränze nieder. Ebenfalls einen Kranz legte die Kompanie der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte „Holstein“ der Bundeswehr nieder. Anschließend gedachte ebenso der Bund Deutscher Vertriebener der vielen Toten, die auf der Flucht und bei der Vertreibung ihr Leben verloren.






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