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Holsteinischer Courier

21. August 2017 | 03:06 Uhr

Nachruf : Der Freund der kleinen Leute

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der langjährige Kommunal- und Landespolitiker Rudolf Johna ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Er war der Inbegriff eines Helfers. Wenn es irgendwo ungerecht zuging oder Menschen in Not waren, dann half Rudolf Johna immer gern, besonders den kleinen Leuten. Der langjährige Kommunal- und Landespolitiker ist im Alter von 80 Jahren verstorben.

Als Flüchtling aus dem Osten kam Rudolf Johna in den Kriegswirren zunächst nach Wasbek und dann nach Neumünster. Nach dem Abitur an der Holstenschule war er 1955 schon an der Pädagogischen Hochschule als Lehramtsstudent eingeschrieben, doch dann zog er die Ausbildung zum gehobenen Dienst bei der Kieler Landesregierung vor. Er blieb dort und arbeitete fortan im Finanzministerium. „1961 erhielt ich zweimal lebenslänglich“, scherzte Rudolf Johna gern: Er heiratete seine Ingeborg und wurde Beamter auf Lebenszeit.

1963 trat „Rudi“ Johna in die SPD ein und blieb ihr sein Leben lang treu. Erst vor wenigen Wochen wurde er in seinem Ortsverein Süd für die 50-jährige Mitgliedschaft geehrt. In einer unruhigen Phase der Neumünster-SPD übernahm er von 1985 bis 1987 den Kreisvorsitz. „Mit seiner ruhigen, zuverlässigen Art hatte Rudi schnell alles im Griff. Keiner konnte ihm böse sein“, sagt ein langjähriger Weggefährte.

Von 1966 bis 1988 war er Ratsherr, von 1975 bis 1979 stellvertretender Stadtpräsident. In jenem Jahr wurde Johna in den Landtag gewählt – dort blieb er bis 1996, wurde insgesamt fünfmal direkt gewählt, zuletzt mit stolzen 61,5 Prozent. An einem dieser Wahlabende kam Rudi Johna zu spät zur eigenen Party, weil er noch schnell selber die Wahlplakate abgebaut hatte. 13 Jahre lang war er im Landtag der Vorsitzende des Petitionsausschusses, wo er sich unermüdlich als „Kümmerer“ für die Menschen einsetzte. Unermüdlich kämpfte Johna auch für den Bau der Südumgehung und legte sich dabei auch mal mit der eigenen Partei an.

Als 1990 in Neumünster die Aktionsgemeinschaft zur Förderung Behinderter und Benachteiligter gegründet wurde, unterzeichnete auch er das Gründungsprotokoll und wurde aktiv. Viele Jahre, bis Mitte 2013, war er stellvertretender Vorsitzender. Auch die Gründung des „Runden Tisches für Behinderte“ geht auf Johna zurück. Für sein Engagement erhielt er 1987 und 1996 das Bundesverdienstkreuz.

Die Trauerfeier für Rudi Johna hat gestern in kleinem Kreis stattgefunden.

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