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Holsteinischer Courier

19. August 2017 | 17:42 Uhr

NordBau : Der erste Kontakt zum Arbeitgeber

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nordjob: Zum dritten Mal in Folge ist die Nordbau gleichzeitig Ausbildungsmesse / 1300 Schüler stürmten gestern die Baumesse

Neumünster | Das Gedrängel an den Zugängen zur Nordbau war gestern Morgen nicht zu übersehen: Rund 1300 Jungen und Mädchen – das Gros zwischen 14 und 17 Jahren – stürmten seit dem frühen Morgen zunächst das Messegelände und anschließend die Galerie in der Halle 1 – um dort (zumeist) ihr erstes „Bewerbungsgespräch“ überhaupt in Angriff zu nehmen.

Bereits zum dritten Mal in Folge ist die Nordbau gleichzeitig Ausbildungsmesse – wenn auch nur für einen Tag. Die „Nordjob“ soll einerseits den Jugendlichen Gelegenheit geben, die ganze Bandbreite der Bau- und verwandten Berufe kennenzulernen, andererseits den beteiligten Firmen die Chance eröffnen, sich schon mal nach geeigneten Neubewerbern umzuschauen.

Um die Schnupperkontakte nicht dem puren Zufall zu überlassen, wird das Projekt vom „Institut für Talententwicklung“ (IfT) in Hamburg begleitet und entsprechend vorbereitet. Mitarbeiter des IfT haben bereits vor Wochen die 30 teilnehmenden Schulen besucht, um die Klassen auf den Besuch der Nordbau vorzubereiten.

Die Spielregeln sind denkbar einfach: Nach einen kurzen Fragebogencheck, etwa zu Schulbildung, speziellen Interessen oder Berufswünschen konnte jeder Kandidat bis zu vier Kontaktgespräche mit Unternehmen ankreuzen, die ihm am „spannendsten“ erscheinen. Die Termine sind dann allerdings auch verbindlich, denn auch die Firmen stellen sich ihrerseits auf ihre jungen Besucher ein – und sponsern die Anreise der Schüler.

Um die Hemmschwelle für die Jugendlichen dennoch so gering wie möglich zu halten, hat sich für die Firmen bewährt, nicht gleich den Personalchef persönlich in die erste Reihe zu stellen. An den meisten Infoständen der Hallengalerie plauderten gestern junge Azubis, die in den Unternehmen bereits Erfahrungen gesammelt haben, mit den Neu-Interessenten: „Die haben ihre eigene Sprache und reden dann auf Augenhöhe miteinander“, hat etwa Erna Husser, Ausbildungsleiterin bei den Stadtwerken, im Laufe vieler Ausbildungsmessen immer wieder erfahren. Das Kalkül: Die Jugendlichen werden gelöster und trauen sich dann auch Fragen zu stellen, die ihnen unter den Nägeln brennen, die sie aber sonst vielleicht nicht stellen würden.

Viele der Jugendlichen fragen nach Praktika. Bei den Stadtwerken hält man sich mit schnellen Zusagen allerdings bewusst zurück. Stattdessen machen sich die Berater ihre Notizen über die Kandidaten, die ihre Unterlagen schon mal vorsorglich einreichen. Kommt es später tatsächlich zu einer Bewerbung auf einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz, „haben wir schon einmal ein Bild von dem Betreffenden“, erklärt Erna Husser das System.

Die Stadtwerke bieten im Schnitt jährlich rund 50 Jugendlichen einen Ausbildungsplatz. Die Palette reicht vom Elektroniker über den Bürokaufmann bis zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. Gesucht wird derzeit mehr für den gewerblich-technischen Bereich. „Viele Jugendliche legen sich zu früh auf einen Bürojob fest“, bedauert Ausbildungsleiterin Erna Husser.

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erstellt am 12.Sep.2014 | 05:30 Uhr

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