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Gross Kummerfeld : Der erste Einsatz war 1891 an der Boostedter Schule

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Groß Kummerfelder Feuerwehr feiert ihr 125-jähriges Bestehen.

von
erstellt am 22.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Gross Kummerfeld | „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“: Seit 125 Jahren gilt dieser Wahlspruch auch für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Groß Kummerfeld. Am kommenden Sonnabend, 24. Mai, wird das groß gefeiert.

Im Sommer des Jahres 1889 gründeten 16 Bürger die örtliche Brandschutzgruppe, zu deren ersten Hauptmann der Hufner Hinrich Hauschild bestimmt wurde.
Im April 1891, als die Boostedter Schule brannte, wurde es dann erstmals ernst für die Feuerwehrmänner, die allerdings mehr als eine Stunde bis zum Einsatzort brauchten. Bereits 1892 zählte die junge Ortswehr 39 Aktive. Eine Mitgliederzahl, die sich mit aktuell 41 Einsatzkräften über die Jahrzehnte immer recht stabil gehalten hat.

Ebenfalls wurden für damalige Zeiten stattliche Summen in die Ausrüstung investiert. So kostete ein neues Horn 20,25 Mark, ein Schlauchwagen 70 und zwei Steigerhaken 7 Mark. In ständiger Bereitschaft bewährten sich die Aktiven immer wieder bei teils spektakulären Brandeinsätzen in der Gemeinde sowie in den umliegenden Ortschaften. Daran hat sich bis zum heutigen Tag ebenfalls nichts geändert.

1907 brannte es dann beim Hauptmann Hauschild selbst. Größerer Schaden konnte hier zwar durch den tatkräftigen Einsatz der Männer vermieden werden. Doch einige Kameraden kamen zu spät oder gar nicht – mit der Folge, dass sie vor dem Ehrengericht zu einer Strafe von 1,50 Mark verurteilt wurden.

Es herrschten also strenge Sitten. Doch auch das gemeinsame Feiern kam bei den Groß Kummerfeldern nie zu kurz. Dies galt für die großen Stiftungsfeste ebenso wie für Kaisers Geburtstag, bei dem sieben Fässer Bier geleert wurden. Und nach den regelmäßigen Übungsabenden, so geht aus alten Protokollen hervor, wurde ebenfalls so manche Rechnung „verkneipt“.

1932 änderten sich die gemeindlichen Zuständigkeiten. Groß Kummerfeld war damals dem Landkreis Bordesholm zugeordnet. Seit dessen Auflösung gehört die Wehr zum Kreis Segeberg.

Doch natürlich machte auch der technische Fortschritt vor den Feuerwehren nicht Halt. Ab 1945 verfügten die Einsatzkräfte über eine Motorspritze, die allerdings bis ins Jahr 1962 noch von einem Trecker gezogen werden musste. Danach kam zunächst ein bescheidener VW-Bus zum Einsatz.

In den kommenden Jahrzehnten entwickelte sich die Wehr immer weiter zu einer hoch qualifizierten Einsatzgruppe, deren Aufgaben sich ständig erweiterten.

„Rückblickend ist es schon mehr als abenteuerlich, wie unsere Vorfahren für den Brandschutz gesorgt haben“, erklärte Jörg Nero, der sich als heutiger Wehrführer und Feuerwehrmann in der fünften Generation mit der Chronik der Wehr beschäftigte.

Mit der Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 2003 nehmen sich die Groß Kummerfelder ebenfalls dem dringend benötigten Nachwuchs an. „Auch dies war schon unter den Urvätern ein Thema. Und neben den einsatzbedingten Herausforderungen wird es wohl auch in Zukunft eine unserer wichtigsten Aufgaben bleiben“, prophezeite Nero überzeugt.

Doch am 24. Mai wird nun erstmal groß gefeiert. Nach einem offiziellen Teil am Vormittag (ab 11 Uhr) ist dazu ab 14 Uhr ein bunter Nachmittag mit Spaß und Spiel für alle Bürger und Gäste am Cumerveldhus geplant.
Ein besonderer Höhepunkt wird hier das „Spiel ohne Grenzen“ für jedermann sein. Am Abend dann steigt die große Jubiläumsparty, bei der es noch einmal hoch hergehen soll.

Weitere Informationen sowie die Anmeldung für die Spielteilnahme finden Interessierte im Internet unter www.feuerwehr-grosskummerfeld.de.






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