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Für die Berufsschüler : Der „dicke Walther“ ist im Dienst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Walther-Lehmkuhl-Schule taufte gestern ein landesweit einzigartiges umgebautes Müllfahrzeug für die Ausbildung der Berufskraftfahrer.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2016 | 11:00 Uhr

Neumünster | Der Himmel hörte pünktlich auf zu weinen, und Schulleiter Udo Runow strahlte übers ganze Gesicht: Mit einem kleinen Festakt taufte die Walther-Lehmkuhl-Schule gestern Nachmittag den ersten eigenen Laster auf den Namen „dicker Walther“. Das Übergießen mit Sekt übernahm der Sponsor Herbert Schultze, Geschäftsführer der Firma Hausmülleinsammlungsgesellschaft (Hameg) aus Kummerfeld (Kreis Pinneberg). Der 18–Tonner in den Schulfarben Weiß und Blau steht ab sofort für die 180 Schüler in der dreijährigen Ausbildung zum Berufskraftfahrer zur Verfügung.

Schultze erkannte „sein“ Fahrzeug kaum wieder. Bis 2013 sammelte das ehemals orangene Müllfahrzeug nämlich noch im Kreis Pinneberg den Restmüll ein. Der 18-Tonner musste entsprechend zunächst den Bedürfnissen der praktischen Ausbildung angepasst werden und bekam zugleich sein neues Outfit. Die Firmen Koepsell und Guder Strahltechnik arbeiteten das Fahrwerk und das Chassis auf, viele weitere Handgriffe wurden von den Lehrern in Eigenregie erledigt. So wurde unter anderem die Müllpresse abgenommen und stattdessen eine Wechselbrücke montiert. „Das Fahrzeug ist zugelassen und für die Ausbildung in Schleswig-Holstein einzigartig“, erklärten Maike Pfahl, Abteilungsleiterin Fahrzeugtechnik, und Fachlehrer Joachim Lemm. Außer in Neumünster gibt es in Flensburg noch eine Berufsschule.

Mit dem „dicken Walther“ können die Schüler nun das Einparken, aber auch das Rangieren nach Spiegeln trainieren oder auf Übungsplätze fahren. Zudem sollen sie am Fahrzeug Reifen wechseln, das An- und Ablegen von Schneeketten lernen, vorher eingebaute Betriebsstörungen beheben, digitale Fahrtenschreiber auslesen oder Ladung richtig sichern. Auch für Zwischen- und Abschlussprüfungen während des praktischen Teils steht der Dreiachser in der schuleigenen Garage bereit.

Rund 200  000 Kilometer hat der Laster schon auf dem Tacho. „Da ist er gerade mal eingefahren“, sagte Runow gestern im Beisein von Spediteuren und Lehrern während der Feierstunde. Runows Stellvertreter Erik Sachse betonte, die Ausbildung zum Berufskraftfahrer werde nach wie vor gut nachgefragt.

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