Alte Reklametafel : Der „Corso“-Schriftzug hat den Abriss überlebt

Sönke Thieme (von links), Eckhart von Stülpnagel, Stefan Kommoß und Dr. Klaus-Peter Jürgens halten den originalen Schriftzug. Die ursprünglichen blauen Neonleuchten gibt es aber nicht mehr.
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Sönke Thieme (von links), Eckhart von Stülpnagel, Stefan Kommoß und Dr. Klaus-Peter Jürgens halten den originalen Schriftzug. Die ursprünglichen blauen Neonleuchten gibt es aber nicht mehr.

Dachdeckermeister Dr. Klaus-Peter Jürgens rettete 1989 die Reklametafel vom Theater. Das Stück gehört jetzt zu den stadtgeschichtlichen Schmuckstücken im privaten Men’s Club.

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13. Juli 2016, 08:00 Uhr

Neumünster | Vor 25 Jahren wurde das frühere „Corso“-Theater an der Wilhelminenstraße in Tungendorf abgerissen (der Courier berichtete). Doch ein Andenken an das Theater (von 1964 bis 1986) und vormalige Kino gibt es noch: den originalen Schriftzug mit den fünf Alu-Buchstaben, die auf eine Stahlschiene montiert sind.

„Die Rundung des Schriftzugs zeigt noch, wie der Vorbau des Corsos geformt war“, sagt Eckhart von Stülpnagel vom privaten Men’s Club. Den Schriftzug selbst hatte 1989 Dr. Klaus-Peter Jürgens abmontiert. „Ich wusste, das geht sonst in den Schrott“, sagt der Dachdecker- und Stadtbrandmeister, der selbst alte Sachen schätzt und als Borgward-Fan Oldtimer sammelt.

Die blauen Neon-Schriftröhren aus Glas waren 1989 allerdings schon zerdeppert. „Im Corso selbst hatten Vandalen die Scheiben eingeschmissen. Klar, das Gebäude stand seit 1986 leer“, sagt Jürgens.

Marco Schmidt, Clubmitglied im Men’s Club, wusste, dass Jürgens den Schriftzug in seiner Dachdeckerei in einer Halle lagerte, und so gelangte das Exponat jetzt zum Club. „Das sind Zeugnisse der Stadtgeschichte, die dürfen nicht verschwinden“, sagt Eckhart von Stülpnagel (Galerie Dekorat). Er selbst hat die alten Schriftzüge von der Reinigung Köster am Großflecken und von Juwelier Oertling aufbewahrt. Der Men’s Club hat ein weiteres Schmuckstück, das von Neumünsters Theatergeschichte zeugt: Eine Fototapete zeigt die Tonhalle mit der Dorett-Bar. Da war das Theater vor der Corso-Ära.

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