TRappenkamp : Der Bunker B 2 war ihr Zuhause

Erwin Schöffel (links) erklärt die Herstellung von Grogstöpseln, die in Trappenkamp gefertigt wurden. Museumsleiterin Renate Liesenfeld (Mitte) und die Besuchin aus den USA, Christel Detsch, hören zu.
1 von 2
Erwin Schöffel (links) erklärt die Herstellung von Grogstöpseln, die in Trappenkamp gefertigt wurden. Museumsleiterin Renate Liesenfeld (Mitte) und die Besuchin aus den USA, Christel Detsch, hören zu.

Christel Detsch aus Amerika besuchte ihre alte Heimat Trappenkamp.

von
14. November 2015, 09:00 Uhr

Trappenkamp | Zurück zu den Wurzeln: Christel Detsch, geborene Pilz, aus Colorado (USA) stattete Trappenkamp einen Besuch ab. Hier wuchs die Germanistik-Dozentin der University of Colorado Boulder von 1951 bis 1954 auf, und zwar im Bunker B2 an der heutigen Celsius-Straße.

Sie hat noch genau das von den Briten abgeholzte und kahle Trappenkamp in Erinnerung – eine Steppe, in der ihr das Rispengras ins Gesicht kitzelte, wie sie erzählte. In Erinnerung waren ihr auch Wege in Trappenkamp, die mit Glassplittern aus der Glashütte befestigt waren und aus denen sie sich die schönsten Stücke aussuchte und sammelte.

Und schließlich weiß sie noch von einem Gang mit ihrer Mutter zu Dr. Gustav Porsche zu berichten, der seine Praxis im Wehrmachtsgebäude am Ostlandplatz führte.

Ihr zu Ehren hatte das Sudetendeutsche Kulturwerk ein kleines Besuchsprogramm zusammengestellt, das mit dem Besuch des Museumsbunkers anfing. Renate Liesenfeld führte durch die Sammlung – immer wieder ergänzt von Ex-Bürgervorsteher Ernst Schöffel, Dietmar Porsche und seine Frau Reingard, Irene Steffanowski und Marion Baumgartl. Stolz war Christel Detsch, Unterlagen über die Firma ihres Großvaters Ernst Pilz zu finden, der ab 1948 in Trappenkamp Glaswaren erzeugte.

Nach dem Museumsbesuch sah sich Christel Detsch den Bunker B2 ihrer Großeltern an, in dem sie auch ihre ersten Lebensjahre verbrachte, den ein Cousin dann aber verkaufte und der sich heute auf dem Gelände der Firma „Sandkorn“ befindet.
Christel Detsch berichtete von ihren Nachforschungen im ehemaligen Sudetenland, wo sie beide Häuser wiedergefunden hatte, in denen ihre Mutter bzw. ihr Vater vor der Vertreibung groß geworden waren. In damaligen Kriesdorf bei Reichenberg betrieben die Eltern ihrer Mutter eine kleine Bauernstelle mit Tuchweberei, und in Gränzendorf bei Gablonz unterhielten die Eltern ihres Vaters eine kleine Glaserzeuger-Werkstatt. Hier stellten diese bis zur Vertreibung Glasperlen, Glasknöpfe und Armreifen her, die bis nach Indien exportiert wurden. Heute hat Christel Detsch zu den tschechischen Bewohnern der Häuser ihrer Großeltern ein freundschaftliches Verhältnis und hat dort im Urlaub gewohnt, denn dieses Haus ist heute ein Ferienappartement.  

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen