Neumünster : Der Blutmond ließ sich Zeit

Warten auf die Mondfinsternis: Einheimische und Touristen waren begeistert von der tollen Arbeit der Hobby-Astrologen.
Warten auf die Mondfinsternis: Einheimische und Touristen waren begeistert von der tollen Arbeit der Hobby-Astrologen.

Fast 400 Besucher waren an der Sternwarte. Schleierwolken verdeckten den Beginn des Himmelsschauspiels.

shz.de von
30. Juli 2018, 09:00 Uhr

Neumünster | Die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts hat am Freitagabend auch in Neumünster für Begeisterung gesorgt. Rund 400 Besucher wollten den Blutmond mit den Fachleuten der VHS-Sternwarte Neumünster erleben. „So viele Besucher hatte die Sternwarte noch nie bei unseren Veranstaltungen“, freute sich Sternwarten-Leiter Marco Ludwig.

Viele Eltern nutzten die Gelegenheit, mit ihren Kindern das einmalige Naturschauspiel zu erleben. Zu Beginn des Spektakels waren viele Besucher – Einheimische und Touristen – irritiert, da der Mond auf sich warten ließ. Ausgerechnet an diesem historischen Tag tauchte ein Wolkenschleier am Horizont auf und bedeckte die erste Phase der Mondfinsternis.

Der Blutmond über Neumünster.
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Der Blutmond über Neumünster.
 

Um 21.32 Uhr sollte diese beginnen, doch alle sahen nur in einen grauen Himmel. Die Wartezeit nutzten große wie kleine Himmelsgucker, um sich das fest eingebaute Teleskop in der Kuppel der Sternwarte und die mobilen Fernrohre erklären zu lassen. Instrumente mit Sammellinsen und Spiegelsysteme mit einer Brennweite bis zu 2000 Millimeter machte doch viele neugierig. Zum Vergleich: Die Brennweite einer Smartphone-Kamera liegt bei vier bis fünf Millimeter.

So bildete sich eine lange Warteschlange unter der Kuppel der größten Sternwarte Schleswig-Holsteins. Am berechneten Höhepunkt um 22.21 Uhr war der Mond immer noch nicht zu sehen, doch die vorbeifliegende internationale Raumstation ISS mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst zog die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.

Bei lauen Temperaturen war es um 22.30 Uhr endlich so weit, der rot leuchtende Erdtrabant erhob sich langsam aus dem Wolkenschleier, das geduldige Warten hatte sich gelohnt. Ab 00.19 Uhr hatte der Mond seine hellgrau, weiß leuchtende Farbe wieder.

Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond - wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Zu der totalen Mondfinsternis gesellte sich zudem ein hell leuchtender Mars.

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