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Neue Ausstellung : Der Blick hinter die falsche Fassade

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Morgen wird die Ausstellung „Alles schön und gut?!“ in der Gerisch-Stiftung eröffnet. 54 Werke von 17 Künstlern werden präsentiert.

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erstellt am 01.Nov.2014 | 11:00 Uhr

Neumünster | Perfekte Körper, glänzende Luxusgüter, traumhafte Landschaften: Vieles wirkt in unserer heutigen Welt bis ins letzte Detail perfektioniert und in Szene gesetzt. Dass diese vermeintlich schöne Fassade häufig trügerisch ist, verdeutlicht eine neue Ausstellung in der Gerisch-Stiftung.

Unter dem Titel „Alles schön und gut?!“ werden ab morgen 54 Werke von 17 zeitgenössischen Künstlern präsentiert, unterteilt in sechs verschiedene Themengebiete. Die Realität wird in den ausgestellten Bildern und Filmen bewusst ausgeblendet. Probleme werden versteckt, stattdessen wird eine Traumwelt dargeboten. Mal provokant, mal überspitzt begeben sich die Künstler ganz bewusst auf das Glatteis des allzu schönen Scheins.

So setzt sich beispielsweise die Berliner Künstlerin Ivonne Thein mit falschen Schönheitsidealen auseinander. Ihre Werke aus der Serie „Zweiunddreißig Kilo“ zeigen sehr dünne Frauen, die mittels Computerbearbeitung noch einmal extrem schlanker dargestellt werden. Die Künstlerin will damit auf das Phänomen der „Pro-Ana-Bewegung“ aufmerksam machen, deren Anhänger die Magersucht idealisieren.

Die Künstlerin Lavanya Boesten präsentiert in der Ausstellung 39 große, echte Schmetterlinge auf Wachsplatten. „Auf den ersten Blick wird der Besucher von den schillernden Farben angezogen und ist fasziniert von der Schönheit der Tiere. Doch je näher er herangeht, desto kritischer wird seine Betrachtungsweise, weil ganz klar zu sehen ist, dass die Schmetterlinge ihren Kampf verloren haben und im Wachs ertrunken sind“, erklärt Kuratorin Kristin Danger.

Hinter den Fotografien von J. Henry Fair, die zunächst malerisch und farbenfroh wirken, verbergen sich schlimme Umweltkatastrophen. Der Belgier Künstler Hans Op de Beeck setzt sich mit dem Thema Konsum auseinander. Sein 30-minütiger Film „Sea of Tranquillity“ führt den Zuschauern vor Augen, was mit einer Welt passiert, in der alle Wünsche erfüllt werden.

Kuratorin Kristin Danger wünscht sich, die Besucher der Ausstellung zu begeistern und gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen: „Ich hoffe, dass am Ende jeder Einzelne eine persönliche Antwort auf die Frage findet, ob wirklich alles schön und gut ist.“

Die öffentliche Eröffnung der Ausstellung findet morgen um 12 Uhr in der Gerisch-Stiftung, Brachenfelder Straße 69, statt. „Alles schön und gut?!“ wird bis zum 12. April 2015 zu sehen sein. Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags, 11 bis 18 Uhr, von April bis September mittwochs bis freitags 11 bis 18 Uhr und sonnabends und sonntags von 11 bis 19 Uhr. Öffentliche Führungen finden sonntags um 12 Uhr statt (Kosten: acht Euro). Führungen können zudem unter Tel. 55 51 20 oder kontakt@gerisch-stiftung.de vereinbart werden.

 

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