Tierpark Neumünster : Der Besucherrekord wurde eingestellt

Noch überwintern die neuen Chinchillas hinter den Kulissen in der Zooschule und bekommen ab und zu ein Leckerli von Tierpark-Chefin Verena Kaspari. Im Frühjahr soll die neue Art in den ehemaligen Souvenir-Shop am Spielplatz einziehen.
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Noch überwintern die neuen Chinchillas hinter den Kulissen in der Zooschule und bekommen ab und zu ein Leckerli von Tierpark-Chefin Verena Kaspari. Im Frühjahr soll die neue Art in den ehemaligen Souvenir-Shop am Spielplatz einziehen.

Die Bilanz fällt nach sechs Jahren wieder positiv aus. 2015 steht erstmals unter einem Motto. Chinchillas ziehen in den alten Souvenir-Shop.

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30. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Neumünster | Der Tierpark befindet sich nach schwierigen Jahren mit roten Zahlen wieder auf dem aufsteigenden Ast. Im abgelaufenen Jahr kamen gut 180  000 Besucher zu Affe, Eisbär und Pinguin an der Geerdtsstraße. Das sind in etwa so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2009 und rund 25  000 mehr als in den Jahren 2012 und 2013. Die Tierpark-Chefinnen Verena Kaspari und Viola Effenberger melden nach neun Monaten im Amt außerdem weitere Erfolge: So stieg das Spendenaufkommen 2014 um 7000 Euro auf 30  000 Euro, neue Sponsoren wurden gefunden, und die Souvenirs im Shop entwickelten sich zum Kassenschlager.

„Ich bin mehr als zufrieden. Aber natürlich können wir noch besser werden“, sagt Verena Kaspari. Sie sprüht bereits vor neuen Ideen. Das für 2015 aufgelegte Arbeitspensum ist umfangreich. Über allen Aufgaben steht erstmals ein Motto: „Bildung durch Emotion“. „Bildung ist die Hauptsäule unserer Daseinsberechtigung als Zoo. Wer uns besucht, soll etwas über Tiere lernen“, sagt die Diplom-Biologin, die bereits die Tierbeschäftigung („Enrichment“) zu ihrem Steckenpferd gemacht hat (der Courier berichtete). Umsetzen will sie das Motto auf verschiedenen Ebenen. Geplant sind neue Schilder, Info-Tafeln und Stationen mit interaktiven Aufgaben an den Gehegen. Die Tierpfleger sollen bei den Fütterungen noch mehr Informationen vermitteln. In Vorbereitung sind auch Workshops, etwa zum Thema Schlangenhaltung. Und: Die Tiere sollen noch dichter an die Besucher rücken. Etwa bei den neuen Chinchillas, die im kommenden Frühjahr in das ehemalige Souvenir-Häuschen am Spielplatz einziehen. „Wir bauen das Gebäude so um, dass wir auch Besuchergruppen zu den Tieren führen können“, sagt Kaspari.

Ansonsten stehen 2015 vor allem Reparaturen und Verschönerungen an, veraltete Technik muss ausgetauscht werden. „Mir ist wichtig, erst einmal das zu erhalten, was da ist“, sagt Verena Kaspari. Projekte wie die begehbare Voliere oder die Orangerie rücken in den Hintergrund. Sie verspricht neue Geräte auf dem Spielplatz, ein neues Schlangenhaus im ehemaligen Kassenhäuschen und Verschönerungen im gesamten Park. Zudem soll die Mitgliederwerbung intensiviert werden. 1600 Unterstützer hat der Tierpark; die Zahl der Tier-Patenschaften stieg im Vergleich zu 2013 um 30 und liegt jetzt bei 80. Ein Erfolgsmodell bleiben die Kindergeburtstage: 170 wurden dieses Jahr im Park gefeiert, 20 mehr als im Vorjahr.

Im Zoo-Shop entwickelten sich vor allem die individuellen Souvenir-Artikel zum Renner. Von den Bibern zerfressene Baumstümpfe, Ketten und Knochen aus den Geweihen der Hirsche und Rentiere oder auch Geschenkkarten mit dem Motiv von Eisbär Kap oder einem Humboldt-Pinguin fanden reißenden Absatz. Das passt ganz ins Konzept von Verena Kaspari: „Wir müssen eine Identifikation der Besucher mit dem Tierpark und den Tieren schaffen. Unser Zoo ist ein Aushängeschild für Neumünster. Darauf können wir stolz sein“, sagt sie.

Bei den Wisenten, Liszt-Affen, Zwergottern und Seehunden gab es besondere Erfolge in der Zucht. „Der Tierpark hat genetisch wertvolle Tiere, die weltweit gefragt sind“, sagt Verena Kaspari, die nicht nur den Kontakt mit dem Europäischen Zuchtbuch, sondern auch zu anderen Zoos intensiviert hat.

Trotz aller Erfolge gab es auch einige traurige Nachrichten. So starben die Elchkühe Baby und Anna und der Leitwolf Nanuk. Für das plötzlich verstorbene Schleswiger Kaltblutpferd Moritz gab es mit dem anderthalbjährigen Hannes bereits Ende November Ersatz aus dem Tierpark Arche Warder.

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