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Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 06:34 Uhr

Der bequeme Weg über das Maisfeld

vom

Bauer Jörn Haase ärgert sich, dass viele Gadelander seinen Acker als Wanderweg vom Krogredder zum Störpark benutzen

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Neumünster | Auf 350 Quadratmetern bräuchte Bauer Jörn Haase gar keinen Mais anzupflanzen. Er wird niedergetreten von Gadelandern, die sich quer über sein Feld einen bequemen, aber wilden Wanderweg vom Krogredder zum Störpark suchen.

"Die Knickböschung ist herunter getreten, obwohl ich sie an beiden Seiten regelmäßig auffülle", sagte Haase. Noch ärgerlicher nannte der Landwirt aus Boostedt, dass die Leute auch ins Feld hinein fahren, zum Teil sogar mit schweren Motorrädern. "Ich habe schon alte Fahrräder und anderen Müll gefunden, was bereits Erntemaschinen beschädigt hat", sagte er.

Persönliche Ansprachen stießen auf ein unterschiedliches Echo. Es gebe schon Verständnis, andererseits aber auch Menschen, die auf ihr vermeintliches Gewohnheitsrecht pochten. Motto: "Das haben wir schon immer so gemacht!"

Der wilde Trampelpfad durch das Maisfeld entstand nur, weil das Tor zum Wertstoffsammelplatz am Krogredder den Zugang zu einem traditionellen Weg versperrte und das Feld lange Zeit brach lag. Daraufhin bahnten sich die Gadelander ihren eigenen Abkürzungsweg zum etwa 350 Meter entfernten Störpark auf dem Gelände der ehemaligen Kösterschen Lederfabrik am Haart.

Selbst die Stadt hatte den Pfad über den Privatgrund irrtümlich als offiziellen Wanderweg ausgeschildert. "Den Irrtum hat sie sofort korrigiert und sogar ein großes Zaunelement aufgestellt mit der Aufschrift Privat", sagte Petra Höft von der Eigentümergemeinschaft, die den Acker an Bauer Haase verpachtet hat. Der Zaun hielt aber nicht lange. Zuerst wurden die Ketten zur Befestigung durchgekniffen, dann wurde das Element beiseite gestellt und schließlich gestohlen. Petra Höft und Jörn Haase sind angefressen. "Das ist Privatbesitz, und den bitte ich zu achten", sagte Haase.

Es gibt sogar eine Alternative zum Weg über sein Feld: Die Stadt hat schon im vergangenen Oktober extra das Tor zum Wertstoffsammelplatz um rund 80 Meter zurück versetzt. Direkt am Ende des Krogredders ist damit der Zugang wieder frei für einen Trampelpfad, der am Feld von Bauer Haase vorbei führt. "Leider wissen das noch nicht alle", sagte Jörn Haase.

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