Wankendorf : Der Bahnhof ist verkauft

Wankendorfs Bürgermeisterin Silke Roßmann (von links) überreichte gestern symbolisch den Schlüssel zum alten Bahnhof an Käufer Hermann-Josef Miele und seine Partnerin Anne Abdel Meguid.
Wankendorfs Bürgermeisterin Silke Roßmann (von links) überreichte gestern symbolisch den Schlüssel zum alten Bahnhof an Käufer Hermann-Josef Miele und seine Partnerin Anne Abdel Meguid.

Das Heimatmuseum darf noch zehn Jahre bleiben.

shz.de von
29. November 2016, 12:00 Uhr

Wankendorf | Die Weichen für die Zukunft des alten Wankendorfer Bahnhofs sind gestellt. Das Gebäude ist verkauft worden, und das Heimatmuseum darf vorerst dort bleiben.

Fast hätten die Verhandlungen über den Verkauf noch einen unerwarteten Verlauf nehmen können. Im August meldete sich der Denkmalschutz und erklärte den 1900 erbauten alten Bahnhof zum Kulturdenkmal. Käufer Hermann-Josef Miele und seine Partnerin Anne Abdel Meguid blieben gelassen. Der alte Bahnhof sei genau richtig, um dort Seminarräume und ein Ton- und Videostudio für Online-Medien einzurichten, meinte der IT-Berater und Projektmanager. Anne Abdel Meguid betreibt eine Physiotherapiepraxis in der Wankendorfer Dorfstraße. „Im alten Bahnhof können Seminare stattfinden, für die in der Praxis sonst wenig Raum ist“, meinte die Therapeutin und freut sich über die Erweiterungsmöglichkeiten.

Freuen dürfen sich auch die Betreiber des Heimatmuseums. „Das Museum darf für zehn Jahre in seinen bisherigen Räumen bleiben, und auch der Mieter muss nicht zwingend ausziehen“, erklärte Miele. Den Bahnhof zu erhalten, sei im Übrigen auch nicht schlimm. Immerhin sei er Eisenbahnfreund, und sein Vater war bei der Bahn beschäftigt. „Welcher Eisenbahnfreund hat schon einen eigenen Bahnhof?“, meinte der neue Besitzer.

Wegen der Mängel an dem Gebäude haben sich Gemeinde und Käufer auf einen moderaten Preis geeinigt. Der Bahnhof wechselt für 80 000 Euro den Besitzer. 30 000 Euro werden für die bis zu zehnjährige vertraglich festgehaltene Nutzung durch das Heimatmuseum angerechnet. „Wir sind froh, einen Käufer gefunden zu haben, der für den Erhalt steht und auch noch eine öffentliche Nutzung ermöglicht“, meinte Wankendorfs Bürgermeisterin Silke Roßmann gestern bei der symbolischen Schlüsselübergabe. Das Flüchtlings- und das Elterncafé könnten im Awo-Zentrum ein neues Zuhause finden oder später auch im neuen Familienzentrum angesiedelt werden.  


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