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Bordesholm : Der Aufprall des Autos war ohrenbetäubend laut

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Wagen fuhr in Wohnhaus. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

Da hat wohl eine ganze Kompanie von Schutzengeln Überstunden gemacht: Obwohl in Bordesholm ein Auto gestern Nachmittag in einer ruhigen Spielstraße komplett außer Kontrolle geriet und mit hohem Tempo in ein Zweifamilienhaus krachte, wurde niemand ernsthaft verletzt. Die Wucht des Aufpralls war so groß, dass die schwere Audi-Limousine die Mauer des am Ende der abschüssigen Arthur-Zabel-Straße stehenden Hauses durchbrach und völlig demoliert im Badezimmer stehenblieb.

Der Fahrer kletterte zwar geschockt, aber ohne weitere Blessuren aus dem Wrack. Auch das Hausbesitzer-Ehepaar, das gerade gemütlich beim Nachmittagskaffee gesessen hatte, blieb unverletzt. Der Aufprall des Autos war ohrenbetäubend: „Zuerst habe ich gedacht, ein Hubschrauber wäre abgestürzt“, berichtet Anke H. „Wir sind dann über die Terrasse nach draußen gelaufen. Da saß Herr S. dann kreidebleich auf einem Stein. Aber zum Glück fehlte ihm nichts!“, berichtete die erschrockene Bewohnerin. Nachdem der Unglücksfahrer – ihr Nachbar – sich dann wieder etwas gesammelt hatte, zeigte auch er sich sehr erleichtert, dass keine Verletzten zu beklagen waren. Er gab an, dass sein Automatik-Wagen völlig unvermittelt nicht mehr zu kontrollieren war. Zunächst touchierte der Wagen einen parkenden VW Polo, dann schoss er auf das Haus am Ende der Sackgasse zu und habe nicht mehr auf das Bremspedal reagiert.

Unmittelbar nach dem Unfall eilten zahlreiche Anwohner aus ihren Häusern, alarmierten sofort Polizei und Feuerwehr. Auch die Retter staunten nicht schlecht, als sie mit dem Ausmaß der Schäden konfrontiert wurden. „Alle Beteiligten haben wirklich riesiges Glück gehabt“, konstatierte Wehrführer Peter Koch. Er mochte sich nicht ausmalen, wie der Zwischenfall ausgegangen wäre, wenn spielende Kinder, Radfahrer oder Fußgänger auf der Straße gewesen wären. So konnten sich die Einsatzkräfte darauf konzentrieren, das Fahrzeug aus dem Gebäude zu ziehen und das Mauerwerk mit Balken und Stützen zu sichern. Ein Statiker war vor Ort, um die Feuerwehr dabei zu beraten. Akute Einsturzgefahr für das Gebäude scheint nicht zu bestehen.

Eiserne Nerven bewies dabei Hausbesitzer Uwe H.: „Als freischaffender Architekt und Gutachter mit jahrzehntelanger Berufserfahrung habe ich schon viele Häuser gesehen, um die es schlimmer stand“, teilte er einem verblüfften Reporter mit. Um das Haus mache er sich keine Sorgen – betroffen sei ja nur eine Wand von vielen. Doch dann fügt er hinzu: „Meine Frau wollte ja gleich nach dem Kaffeetrinken ins Bad, um sich zu frisieren. Wäre das Auto ein paar Minuten später gekommen, dann wäre alles viel schlimmer geworden!“

Eigentlich wollten die Eheleute H. morgen zu einer viertägigen Reise nach Brüssel aufbrechen. Die haben sie jetzt erstmal abgesagt.

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