zur Navigation springen

Der Anbau von Zwischenfrüchten verbessert den Boden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wenn Senf, Ölrettich, Phacelia oder Buchweizen und Sonnenblumen im Herbst ihre Blüten entfalten, bieten die mit den sogenannten Zwischenfrüchten bestellten Felder einen farbenfrohen Anblick in der Landschaft. Für die Landwirte geht es dabei allerdings um wirtschaftliche Fragen und Praktiken zur Bodenverbesserung.

Ein Grund für den vermehrten Anbau von Zwischenfrüchten sind die aktuellen europäischen Vorgaben zum sogenannten Greening. Seit dem 1. Januar 2015 ist die Pflicht zum Greening in Kraft. Damit verbunden sinkt die Grundprämie, die Landwirte pro Hektar bewirtschafteter Fläche erhalten. Die Höhe der maximalen Direktzahlungen hängt jetzt von Umweltmaßnahmen wie der Anbaudiversifizierung, der Schaffung ökologischer Vorrangflächen oder dem Erhalt von Dauergrünland ab.

Zu den Praktiken aus der Reform gehört auch der sogenannte Zwischenfruchtanbau. Zu diversen Fragen, wie der aussehen kann und wie viel mehr in den Grünpflanzen steckt, darüber diskutierten jetzt in Rendswühren die Landwirte aus dem Verband Landwirtschaftlicher Fachbildung Neumünster mit Vertretern der Saatgutlieferanten. Auf dem Betrieb von Detlef Rehder in Rendswühren konnten sich die über 25 interessierten Landwirte beim traditionellen Maisfeldtag ein Bild von der Entwicklung unterschiedlichen Saatmischungen machen. Ging es sonst vorrangig um die Fragen zu den Favoriten unter den Maissorten, standen die Zwischenfruchtmischungen im Mittelpunkt der Diskussion.

„So ganz neu ist der Zwischenfruchtanbau indessen nicht“, erklärten Rainer Solterbeck und Christian Storm vom Vorstand des Fachverbandes. „Nicht neu, aber spannend“, meinte Berater Andreas Krallinger. Mais im Anbaurondell sei auch nicht gerade ein Bodenverbesserer. Das, so Krallinger, können Zwischenfrüchte wie Senf, Ölrettich, Öllein oder Buchweizen viel besser. Je nach Einsatz der unterschiedlichen Pflanzenmischungen helfen die Grünpflanzen, Nematoden (Fadenwürmer) im Boden zurückzudrängen oder Krankheiten wie Kohlhernie zu vermeiden. Außerdem tragen die wertvollen Gründüngerpflanzen zur Bildung lebendiger Böden mit Regenwürmern bei. Die wiederum lockern den Boden und tragen zur Humusbildung bei, hieß es. Außerdem sollen die Nitratwerte durch den Anbau sinken. Nach Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen konnte auf Versuchsflächen zunächst auch die Nitratkonzentration im Sickerwasser gesenkt werden. Besonders bezüglich der Stickstoffdüngung sind jedoch langfristige Untersuchungen notwendig, um die Auswirkungen auf die Nitratauswaschung während der gesamten Fruchtfolge beurteilen zu können.

Die Vorteile von Bodendurchwurzelung, Düngereinsatz, Bodengesundheit oder Erosionsschutz überwiegen jedenfalls die Kosten und den bürokratischen Aufwand, meinten die Landwirte. Immerhin liegen die Kosten für die Zwischenfruchtbestellung leicht einmal bei etwa 150 Euro pro Hektar, denn neben dem Saatgut dürfen Maschinen-, Diesel- und Personalkosten nicht vergessen werden. Hinzu kommt, dass nicht jede Mischung greeningfähig ist. Auch müssen bestimmte Mischungsanteile beim Saatgut eingehalten werden.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen