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Gericht : Denkzettel für Schlagringe unter dem Ladentisch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Amtsgericht stellt Verfahren gegen geständigen Ladenbesitzer gegen einen Geldbuße von 500 Euro ein

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erstellt am 06.Mai.2016 | 09:30 Uhr

Neumünster | Gefährliche Waffen gehören nicht in die Verkaufsauslage – schon gar nicht, wenn man man keine Lizenz für den Verkauf hat. Das musste jetzt auch der Inhaber eiAn- und Verkaufsgeschäftes an der Kieler Straße erfahren. Gleich zweimal hintereinander hatte die Polizei bei ihm im Laden Waffen entdeckt, die er nicht verkaufen darf oder schlicht illegal sind. Im Januar hatte er einem Kunden eine Luftpistole verkauft, obwohl er keine Genehmigung zum Waffenhandel hat. Im April stöberte die Polizei bei einer Durchsuchung des Ladens neun verbotene Schlagringe auf.

Dennoch kam der 34-jährige Inhaber am Mittwoch vor dem Amtsgericht mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davon: Er habe schlicht nicht gewusst, dass der Handel verboten sei, beteuerte der Angeklagte. Die Richterin sah keinen Anlass, dem Ladenbesitzer nicht zu glauben, zumal der sich bei der Haus durchsuchung offenbar durchaus kooperativ gezeigt hatte. So hatte er etwa gar nicht erst versucht, die illegalen Schlagringe zu verstecken oder auch nur den Blicken der Ermittler zu entziehen: Sie lagen offen in einer Schublade.

Allerdings: Weder sein Geständnis noch die Berufung auf Unwissenheit bewahrten den Angeklagten vor einer gehörigen Kopfwäsche durch die Richterin: „Ich glaube Ihnen, dass sie nicht vorsätzlich gehandelt haben, aber Sie hätten wissen können und müssen, dass Sie widerrechtlich handeln.“

Das räumte schließlich auch der Ladenbesitzer kleinlaut ein.

Das Verfahren wurde gegen einen Geldbuße von 500 Euro zugunsten der Kinder- und Jugendpsychiatrie im FEK eingestellt. Die Richterin entließ den Mann, nicht ohne ihn zuvor nochmals eindringlich zu ermahnen: „Das darf nicht wieder vorkommen, eine weitere Einstellung dürfte nach dieser Vorgeschichte kaum in Betracht kommen“, schärfte sie dem bislang unbescholtenen Ladenbesitzer ein.

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