Schulbaupläne in Neumünster : Denkmalschutz verhindert Abriss

Die Wilhelm-Tanck-Schule an der Färberstraße ist wie
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Die Wilhelm-Tanck-Schule an der Färberstraße ist wie

CDU-Ideen für die Wilhelm-Tanck- und Helene-Lange-Schule abgelehnt. SPD-Vorstoß für WTS-Anbau vertagt.

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15. Februar 2018, 09:00 Uhr

Neumünster | Die CDU ist im Rat mit ihrem Vorstoß gescheitert, die Helene-Lange-Schule abzureißen und an deren Standort an der Roonstraße einen Neubau für die Wilhelm-Tanck-Schule (WTS) zu bauen.

Dagegen steht nicht nur das klare Rats-Votum von 25 Nein-Stimmen gegen 14-Befürworter aus den Reihen der Union bei zwei Enthaltungen, sondern auch der Denkmalschutz. „Beide Schulgebäude stehen unter Denkmalschutz“, berichtete Stadtbaurat Thorsten Kubiak. Der Schutz beziehe sich auf das gesamte Objekt. Das heiße zwar nicht, dass moderne Umbauten unmöglich seien. „Ein Abbruch ist nicht genehmigungsfähig. Dann kriegen wir was auf die Mütze“, so Kubiak.

Zuvor hatte CDU-Ratsfraktionschef Gerd Kühl noch einmal die Argumente für die erstmals am 30. Januar im Hauptausschuss vorgestellten Gedankenspiele aufgezählt. „Wir haben alte Schulgebäude, die nicht mehr zeitgemäß sind“, so Kühl. Das Problem mit dem Denkmalschutz können man wie bei der Volksbank am Großflecken lösen, indem man die Fassade erhalte. Die Tanck-Schule leide unter Raumnot und sei nicht barrierefrei. Da sei auch kein Anbau anzuflicken – wie von der SPD beantragt. Und schnell schon gar nicht. Dass man wegen des Denkmalschutzes beide historischen Gebäude nicht verändern dürfe, sei skandalös. „Die Bildung unserer Kinder bleibt auf der Strecke“, so Kühl.

Während sich für FDP-Ratsherr Reinhard Ruge der CDU-Antrag mit der Stellungnahme der Unteren Denkmalschutzbehörde „wohl erledigt“ hat, pflichtete Bernd Delfs (SPD) Kühl insofern bei: „Sie haben Recht. Es muss an den Schulen etwas getan werden. Gut, dass wir uns einig sind, dass nicht an zwei Standorten unterrichtet werden soll.“ Offen sei jedoch neben dem Denkmalschutz die Frage, wo der DaZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) und die beiden bestehenden 10. Klassen der Helene-Lange-Schule Platz finden sollen. Delfs: „Wenn wir dem CDU-Beschluss zustimmen, schaffen wir keine Sicherheit für die Wilhelm-Tanck-Schule.“

Die SPD plädiert deshalb für einen Anbau an die WTS auf dem Grundstück der Tanck-Schule an der Färberstraße und ein Konzept, das als Option auch einen Verkauf der Helene-Lange-Schule umfasst. Dazu gibt es noch kein Votum. Der Punkt wurde auf CDU-Antrag vertagt.

Für Refik Mor (Liberal-Konservative Reformer) stehen die Pläne von CDU wie SPD im Zeichen des Kommunalwahlkampfs. Mor: „Beschlüsse aus dem hohlen Bauch ohne Kostenermittlung und Nutzenanalyse sind unverantwortlich.“ Es drohten Steuergelder verschwendet zu werden.

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