Diakonie Altholstein : Denk-Sport mit „Emma“

Maximilian und seine Mutter Jasmin Kox-Brötz tanzten mit Roboter „Emma“.
Maximilian und seine Mutter Jasmin Kox-Brötz tanzten mit Roboter „Emma“.

Fachhochschule Kiel und Diakonie Altholstein entwickeln einen Pflege-Roboter .

shz.de von
08. Mai 2018, 17:00 Uhr

Neumünster | Maximilian und seine Mutter Jasmin Kox-Brötz waren begeistert: Roboter „Emma“ tanzte gestern am Informationsstand der Diakonie Altholstein in der Holsten-Galerie nicht nur zu „Gangnam-Style“, sondern zeigte auf ihrem Display auch Memory-Spiele, gab Tiergeräusche von sich und lachte, wenn man ihr über den Kopf streichelte. Was für die Passanten unterhaltsam ist, hat einen hochwissenschaftlichen Hintergrund. Denn wenn „Emma“ nicht gerade durch Einkaufszentren tanzt, ist sie in einer Demenz-Wohngemeinschaft in Kiel eingesetzt und soll dort die Pflegekräfte unterstützen.

„Wir sind mit dem Pflegeroboter seit einem Jahr in der Testphase“, erklärte Hannes Eilers, Robotik-Ingenieur der Fachhochschule Kiel. An Robotern, die im Pflege-Bereich eingesetzt werden können, wird schon seit Jahren geforscht. „Die meisten sind aber zu teuer und nicht auf die Bedürfnisse in der Pflege ausgerichtet“, so Eilers. Das ist bei „Emma“ anders: An der Entwicklung ihrer Software arbeiten IT-Spezialisten der FH und Pflegekräfte der Diakonie-Altholstein gemeinsam. „Wir stimmen uns immer wieder mit dem Pflegepersonal ab, ob die Programmierung in der Praxis klappt, zum Beispiel ob die Stimme zu laut oder zu schnell ist“, so Eilers. Der Roboter ist mit rund 30 000 Euro zwar teuer, liegt aber deutlich unter dem Preis anspruchsvollerer Roboter, die 250 000 Euro kosten können.

Pflegerische Arbeiten kann „Emma“ nicht. „Dafür kann sie Gesichter erkennen und analysiert, welche Bewohner an Gedächtnisleistung verloren haben und kommuniziert das an an die Pfleger“,so Eilers. Dadurch, dass der Roboter mit den Pflegebedürftigen kommuniziere und beim Tanzen die Aufmerksamkeit komplett auf ihn gerichtet sei, können die Pflegekräfte in der Zeit andere wichtige Aufgaben wie Telefonate erledigen.

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