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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 12:14 Uhr

Den Trumpf verspielt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 17.Mär.2015 | 10:44 Uhr

Keine Frage, moderne Technik kann uns immer mehr Standardaufgaben abnehmen und uns damit das Leben erleichtern. Manche Dienstleister scheinen das allerdings misszuverstehen. Sie glauben offenbar, dass die Erleichterungen nur für sie, nicht für Kunden erfunden wurden. Eine Leserin erzählte Hein jetzt eine recht unverschämte Geschichte, die sie gemeinsam mit ihrer 81-jährigen Mutter in einer Neumünsteraner Bankfiliale erlebte. Die beiden Frauen wollten eigentlich nur ein paar Überweisungen einreichen, die sie zuhause ausgefüllt hatten. Weil die Tochter nicht gleich einen Parkplatz fand, ließ sie ihre Mutter vor der Bank schon mal aussteigen, um den Wagen wegzubringen. Als sie wenige Minuten später zur Bank zurückkehrte, fand sie ihre Mutter im Foyer des Instituts ziemlich aufgelöst vor. Was war passiert? Einer der Überweisungsvordrucke war offensichtlich nicht vollständig ausgefüllt. Als die ältere Dame die Bankangestellte bat, ihr beim Ausfüllen zu helfen, ließ die sie kurz angebunden stehen. Das dürfe sie nicht, erklärte sie der Frau höflich aber bestimmt und wandte sich dann dem nächsten Kunden zu. „Meine Mutter war den Tränen nahe – sie ist seit Jahrzehnten Kundin dieser Bank!“, erzählte die Frau. „Vermutlich gewesen“, möchte Hein fast schon hinzufügen, aber entschieden ist das noch nicht. Hein weiß sehr wohl um den harten bitteren Kampf der Filialbanken gegen die Billig-Konkurrenz aus dem Internet. Um so unverständlicher, warum die Bank einen ihrer letzten großen Trümpfe – den Dienst am Kunden – so leichtfertig aus der Hand gibt. Mit so einer Antiwerbung wird sie den Kampf verlieren, garantiert.
Guten Tag, bis morgen!

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