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Boostedt : „Den schnellen Erfolg gibt es nicht“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Konversionsausschuss sprach über die spätere Nutzung der Boostedter Kaserne. Barbara Heinbockel soll unterstützen

Boostedt | Um in Sachen Nachnutzung der Boostedter Rantzau-Kaserne voran zu kommen, hat der Konversionsausschuss der Gemeinde vorgestern Abend beschlossen, Profis einzubeziehen. Die Aufgaben der Konversionsmanagerin soll Barbara Heinbockel übernehmen.

Etwa 500 Flüchtlinge werden in der Boostedter Kaserne vermutlich zum Jahresbeginn untergebracht, um die Zentrale Aufnahmestelle in Neumünster zu entlasten. Das wirkt sich auch auf die weitere Nutzung des 110 Hektar großen Geländes aus. „Wir müssen uns weiter um die Kaserne Gedanken machen, denn die Aufnahmestelle für Asylbewerber umfasst ja nur einen kleinen Teilbereich“, sagte der Ausschussvorsitzende Rüdiger Steffensen (CDU).

Dafür soll die Gemeinde professionelle Unterstützung erhalten: Die 40-jährige Wirtschafts-Geografin Barbara Heinbockel arbeitet bereits seit gut einem Jahr für den Kreis Plön in einem vom Land geförderten Regionalmanagementprojekt, das noch bis Ende 2015 läuft und dem sich die Boostedter nun anschließen wollen. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Konversion des Lütjenburger Kasernengeländes. „Hier sind wir auf einem guten Weg, doch jede Konversion hat ihre eigenen Bedingungen, die nur individuell bewertet werden können“, erklärte sie.

Dem Einwand, dass sich weitere Gedanken in Bezug auf die neuesten Entwicklungen doch gar nicht lohnen würden, begegnetet die Fachfrau mit Gleichmut. „Eine Konversion dauert Jahre, und die Voraussetzungen ändern sich. Es ist ein langwieriger Prozess mit vielen Beteiligten. Dennoch bleibt die Aufgabe, das Gelände als Bestandteil des Ortes und nicht als dessen Anhängsel zu entwickeln. Doch den schnellen Erfolg gibt es nicht“, sagte sie.

Stimmen Kreis und Gemeindevertretung zu, sind für die Konversionsmanagerin zunächst sechs Wochenstunden vorgesehen. Kontakte zum Innenministerium wie auch Abstimmungen mit dem Kreis und der Landesplanung sowie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) sollen unter anderem zu ihren Aufgaben gehören.

Für die Bima nahm der Kieler Verkaufsteammitarbeiter Hermann-Josef Huber an der Sitzung teil. „Das Gelände, das die Bundeswehr für die Einrichtung der Asylbewerbereinrichtung freigegeben hat, liegt westlich an der Panzerstraße, die zum Truppenübungsplatz führt. Es umfasst vier Gebäude und soll mittels eines Zaunes vom restlichen Kasernengelände abgeteilt werden. Die Liegenschaft wird aus der Vermietung an die Bundeswehr herausgelöst und von der Bima an das Land vermietet“, erklärte er. Doch noch seien die Verträge nicht geschlossen, und bei der Bima wisse man auch nicht, ob weitere Flächen beim Land zur Disposition ständen, sagte er.

Insgesamt zeigten sich die Gemeindevertreter schließlich enttäuscht über die bisherige Zusammenarbeit mit der Bima. Beklagt wurde insbesondere der Informationsfluss und das fehlende Preisangebot für die Übernahme der Sporthallen auf dem Kasernengelände, für die sich die Gemeinde das Erstzugriffsrecht gesichert hat.

„Wir fühlen uns von der Bima alleine gelassen. Es dauert jetzt schon länger als ein halbes Jahr, und nichts ist passiert“, warf der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Brückner Hermann-Josef Huber vor. Huber versprach, sich der Sache anzunehmen.





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erstellt am 01.Okt.2014 | 05:15 Uhr

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