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Rendswühren : Den Fotografen fasziniert der unberührte Raum

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jürgen Danker hat die Schmiede auf Hof Viehbrook in Szene gesetzt.

Rendswühren | Eine neue Ausstellung bereichert den Hof Viehbrook: Bis 21. August stellt der Fotograf Jürgen Danker seine Serie „In der Alten Schmiede“ im Kulturflur des Landeskulturdenkmals aus. 20 höchst eindrucksvolle Farbfotografien hängen im Erdgeschoss sowie in der ersten Etage des malerischen Fachwerkhauses. „Ich lerne die Schmiede dank der Fotos neu kennen. Normalerweise huscht man so durch und beachtet die Details nicht“, staunte Bürgermeister Dr. Thomas Bahr, der zusammen mit der Hofinhaberin Kirsten Voß-Rahe und einem Dutzend Gäste die Ausstellung eröffnete.

Dem Hobbyfotografen Jürgen Danker (67) ist es gelungen, auf seinen 30 mal 40 Zentimeter großen Fotos eine besondere Schönheit der Dinge zu zeigen. „Ich habe zwei Schwerpunkte gesetzt: Ich wollte die besondere Lichtsituation in der Schmiede einfangen. Außerdem habe ich auf Details geachtet“, erklärte der einstige stellvertretende Leiter der Theodor-Litt-Schule.

Wenn er mit seinem Fahrrad aus dem Nachbardorf Hollenbek-Neuenrade an der seit 2008 denkmalgeschützten Schmiede vorbeigeradelt ist, hat ihn besonders der Lichteinfall durch die Sprossenfenster interessiert. Einen Teil seiner Bilder hat Jürgen Danker daher im Frühsommer 2015 morgens vor 8 Uhr gemacht, den anderen abends gegen 18 Uhr. „Dann fiel das Licht am besten. Ich habe ganz bewusst auf den Einsatz von Kunstlicht verzichtet. Ich wollte sehen, wie der Schatten fällt und neue Linien bringt“, erklärte Jürgen Danker, der seit seinem 15. Lebensjahr die Welt gerne durch die Linse entdeckt. Keine der Metallketten, Ambosse, Werkzeuge oder Schürzen aus der Schmiede und Stellmacherei von 1875, in der auch Wagenfelgen gemacht wurden, hat Danker für das perfekte Foto umgesetzt. Selbst Spinnenweben durften bleiben und gestalteten die Lichtbrechung interessant mit. „Mich faszinierte der unberührte Raum“, sagte der Fotograf. Er wolle eine Wirkung erzeugen, die den Betrachter überrasche. Tatsächlich bekommen zum Beispiel auf einem Bild schwere Ketten, angestrahlt von der Morgensonne, eine frappierende Zartheit. Jürgen Danker genießt beim Fotografieren die Entspannung: „Dann tauche ich richtig ab.“ An seine erste Kamera kann er sich noch erinnern, es war eine Aquabox mit einem Rollfilm, auf den sechs Bilder passten. Seine heutige Kamera funktioniert digital, für die richtige Bildkomposition hat er in der Schmiede mit einem Stativ gearbeitet. 

>Der Hof Viehbrook befindet sich im Viehbrooker Hof 6 in Rendswühren. Öffnungszeiten: freitags von 14 bis 21 Uhr, am Wochenende von 12 bis 21 Uhr.



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