zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

21. August 2017 | 18:19 Uhr

Den Bestattern fehlten die Leichen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stephan Greve und Joachim Thomsen begeisterten mit ihrem Stück 90 Zuschauer auf der Bühne des Niederdeutschen Theaters

Mit dem Lustspiel „Arven – Graven – Halleluja“ („Erben – Graben – Halleluja!“) traf das Eckernförder Theater-Duo Stephan Greve und Joachim Thomsen am Sonnabend auf der Bühne des Niederdeutschen Theaters im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwarze. Denn das 90-köpfige Publikum hatte seine reine Freude an den beiden findigen Bestattern, die mit höchst unkonventionellen Mitteln danach trachteten, die Leichenzahl ihres Institutes drastisch zu steigern, um ein Zwei-Millionenerbe antreten zu können.

Zur Geschichte: Hermann (Joachim Thomsen) hat gemeinsam mit seinem Cousin Harald (Stephan Greve) das Bestattungsinstitut seines Vaters geerbt. Die Erbschaft hat jedoch einen Haken: Das Geld gibt es erst, wenn die beiden es schaffen, innerhalb eines Jahres die Bestattungszahlen zu verdoppeln.

Doch woher die notwendigen Leichen nehmen und nicht stehlen? Stehlen! Ja, das wäre es doch. Und schon wurden fleißig Pläne geschmiedet. Doch bevor es an den Patienten-Klau ging, musste der Ablauf erst einmal gründlich geübt werden; nichts durfte dem Zufall überlassen bleiben. Bei diesen „Trockenübungen“ sorgte insbesondere das komische Talent von Joachim Thomsen für zahlreiche Lacher. Denn er verstand es herrlich, seinen Cousin mit seiner einfachen, etwas dümmlichen Art auf die Palme zu bringen.

Zunächst wurden „totgebliebene“ Patienten vor dem OP des Krankenhauses entwendet. Doch damit nicht genug: Anstatt in die Rechtsmedizin einzubrechen, landeten die beiden Möchtegern-Gangster im Zentrallager von Karstadt und ließen dort versehentlich Schaufensterpuppen mitgehen. Die Aufgabe, ausreichend neue Leichen zu beschaffen, entpuppte sich also als ungeahnte Herausforderung.

Dann ein neuer Plan: Einfach die Sicherheitsgrenze im Baggersee verschieben und die „unvorsichtigen“ Schwimmer in Taucherkluft einsammeln. Der Abtransport wurde natürlich, zur Freude des Publikums, wieder zunächst auf dem Trockenen mit Schwimmflossen und Schnorchel geübt. Doch auch nach der Pause fehlten den beiden Akteuren immer noch einige Leichen im Keller. Und so wurde kurzerhand der Polizeifunk abgehört, um mit Rot-Kreuz-Helmen ausgerüstet zur Unfallstelle zu flitzen…

Schwarzer Humor gehört nicht unbedingt zu den Attributen, die dem plattdeutschen Theater zugeordnet werden. Doch mit ihrer unverkrampften Darstellung, der pointierten Situationskomik sowie dem eingespielten Miteinander auf der Bühne hatten Thomsen und Greve keine Mühe, die Zuschauer für diesen schrecklich-schönen Spaß zu begeistern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen