Rechtsextremismus : Demonstranten verhinderten Rede der NPD

Kurze Rangelei vor dem NPD-Stand: Die Polizei trennte konsequent  die  Neonazis und die Gegendemonstranten. Foto: Steinhausen
Kurze Rangelei vor dem NPD-Stand: Die Polizei trennte konsequent die Neonazis und die Gegendemonstranten. Foto: Steinhausen

120 Teilnehmer gingen gegen NPD-Kundgebung auf die Straße.

shz.de von
18. Februar 2013, 10:58 Uhr

Neumünster | "Kein Platz für Nazis in unserer Stadt." So lautete am Sonnabendvormittag die unmissverständliche Botschaft auf einem Plakat, das auf dem Kantplatz direkt unter der Hans-Böckler-Büste angebracht worden war. 120 Menschen - unter ihnen die Landtagsabgeordneten Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) und Angelika Beer (Piraten) - machten dort gegen eine stationäre Kundgebung des NPD-Kreisverbandes mobil.

Um 10 Uhr, zum angekündigten Beginn der umstrittenen Veranstaltung, war von der NPD noch nichts zu sehen. Doch schließlich tauchten mit Verspätung doch noch drei Autos mit insgesamt zehn Mitgliedern der rechtsextremen Partei auf. Zum Thema "Eurobetrug und Goldreserven" wollten sie ihre Kundgebung mit einem Informationsstand abhalten. Doch der erste und einzige Versuch eines Mannes aus NPD-Kreisen, per Megafon etwas kundzutun, wurde von den zahlenmäßig deutlich überlegenen Gegendemonstranten mit Buhrufen und Trillerpfeifen im Keim erstickt.

Für viele der Gegendemonstranten war der Mann mit dem Megafon übrigens kein Unbekannter. Offenbar hatte er auch schon in der Vergangenheit bei den Demonstrationen gegen einen in Neumünster lebenden Kinderschänder eine tragende Rolle gespielt (der Courier berichtete).

Sowohl bei der Ankunft der Neonazis als auch während der Kundgebung kam es zwischen den NPD- und den Antifa-Mitgliedern ein paar Mal zu kleineren Schubsereien, die von der Polizei sofort unterbunden wurden. Insgesamt blieb die Lage in der Böcklersiedlung aber ruhig. "Es freut mich besonders, dass sich wieder so viele Menschen zur Gegendemonstration zusammengefunden haben", erklärte Henning Möbius vom Runden Tisch für Toleranz und Demokratie, der den Protest mit organisiert hatte.

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