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Friedlicher Protest : Demo gegen den NPD-Ratsherrn

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Weil 20 Vertreter der linken Szene vor der Ratsversammlung gegen Mark Proch protestierten, sicherte die Polizei die Zugänge zur Sitzung.

von
erstellt am 14.Jun.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Mit großen Plakaten empfing gestern am späten Nachmittag eine Gruppe aus der linken Szene vor dem Rathaus die Mitglieder der Ratsversammlung und verteilte Handzettel an Passanten. Der Protest der Antifa Neumünster, die mit rund 20 jungen Leuten vor Ort war, richtete sich gegen den NPD-Ratsherrn Mark Proch. Polizeibeamte sicherten anderthalb Stunden vor Beginn der Sitzung alle Eingänge zum Rathaus. Der umstrittene rechte Politiker ließ sich bereits rund eine Dreiviertelstunde vor der Sitzung von zehn Begleitern bis zur Eingangstür am Neuen Rathaus bringen.

Die Antifa Neumünster warf dem NPD-Mann in einer kurzen Kundgebung „eine enge Zusammenarbeit mit der Rockergang ‚Bandidos‘ sowie mit dem verbotenen Neonazi-Netzwerk ‚Blood & Honour‘ vor. So soll Proch laut Antifa am 13. Mai dieses Jahres auf einem Rechtsrock-Konzert, das von entsprechenden Kreisen organisiert worden sein soll und im Clubheim der „Bandidos“ in Wahlstedt stattfand (der Courier berichtete), als Ordner fungiert haben. „Das ist unvereinbar für jemanden, der im obersten Gremium der Stadt sitzt“, so die Demonstranten. Sie forderten, Proch sein Amt zu entziehen. Eine offizielle Bestätigung für eine organisatorische Tätigkeit auf dem umstrittenen Konzert gab es weder von der Polizei noch vom Landeskriminalamt.

Damit die Ratsversammlung ab 17 Uhr ungestört über die Bühne gehen konnte, hatte die Polizei seit 15.30 Uhr alle drei Zugänge zum Neuen Raushaus (vom Großflecken, von der Plöner Straße sowie der rückwärtigen Tiefgarage) genau im Blick. Zusätzlich nahm der kommunale Ordnungsdienst Einlasskontrollen vor. „Es wird darauf geachtet, dass zum Beispiel keine Transparente oder Sprühdosen mitgenommen werden“, erklärte Thorben Pries, Büroleiter des Oberbürgermeisters, auf Anfrage. „Ansonsten ist es eine öffentliche Sitzung in einem öffentlichen Gebäude, an der jeder teilnehmen kann, solange den Anweisungen der Stadtpräsidentin Folge geleistet wird“, hieß es von Seiten der Einsatzleitung der Polizei.

Doch offenbar hatten weder die Demonstranten noch die Begleiter des NPD-Mannes ein Interesse an der Ratsversammlung. Sobald Mark Proch im Gebäude verschwunden war, gingen seine Anhänger ihres Weges. Die Kundgebung der linken Szene löste sich ebenfalls kurz nach Beginn der Sitzung vor dem Gebäude auf. Viele Passanten wunderten sich jedoch über das deutlich sichtbare Polizeiaufgebot vor dem Rathaus und fragten besorgt nach den Gründen. 

>Mehr aus der Ratsversammlung lesen Sie morgen im Courier.

 

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